Strommasten im Abendrot

Energieticker: News und Einordung

Eine Energiemangellage im kommenden Winter ist ein realistisches Szenario, das wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abwenden müssen. Für die Schweizer Volkswirtschaft wäre eine solche Mangellage verheerend. Im Energieticker gibt economiesuisse Antworten auf aktuelle Fragen und ordnet neue Entwicklungen aus Sicht der Wirtschaft ein.

22.09.2022: Ständerat verpasst Neujustierung beim Mantelerlass

Der Ständerat hat heute den Mantelerlass beraten und ambitionierte Ziele für den Ausbau von erneuerbaren Energien gesetzt. Leider konnte er sich aber nicht dazu durchringen, den mutigen Schritt seiner Kommission zur Deblockierung der Verfahren nachzuvollziehen. Der Ständerat verpasste es, die Interessensabwägung zwischen Nutz- und Schutzinteressen neu zu justieren. Ob dies für den notwendigen grossen Wurf für die Versorgungssicherheit reicht, ist mehr als fraglich.

 


22.09.2022: Stellungnahme zu den Verordnungsentwürfen für den Fall einer Gasmangellage

Gas ist für den Wirtschaftsstandort Schweiz ein zentraler Energieträger und Grundstoff. Für die Mehrheit der produzierenden Unternehmen und auch für viele Firmen im Dienstleistungssektor wäre eine schwere Gasmangellage existenzbedrohend. Entsprechend begrüsst es economiesuisse, dass die Verordnungen für den Ernstfall endlich vorliegen. Schnelle Rechts- und Planungssicherheit ist für die Firmen entscheidend. Dennoch werden die Verordnungsentwürfe den betrieblichen Realitäten der Schweizer Wirtschaft leider kaum gerecht. Es besteht entsprechend an vielen Stellen Anpassungsbedarf.

Zur Stellungnahme

 


16.09.2022: Botschaft zur Revision des CO2-Gesetzes verabschiedet

Nachdem das totalrevidierte CO2-Gesetz im letzten Jahr von der Schweizer Bevölkerung abgelehnt wurde, hat der Bundesrat heute die Botschaft zum revidierten CO2-Gesetz verabschiedet. Das Gesetz soll von 2025 bis 2030 gelten und hat zum Ziel, die Treibhausgase bis 2030 gegenüber 1990 zu halbieren. Ein Drittel der Emissionseinsparungen kann dabei im Ausland erfolgen. Dank dem Abschluss mehrerer bilateraler Abkommen hat die Schweiz die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Für die Reduktion von Treibhausgasen und im Hinblick auf das Netto-Null-Ziel im Jahr 2050 ist es wichtig, dass die Schweiz möglichst rasch ein revidiertes CO2-Gesetz erhält. Gleichzeitig gilt es aber auch, den Willen der Bevölkerung zu berücksichtigen. Daher ist es richtig, dass das neue Gesetz keine neuen oder höheren Abgaben beinhaltet. Die Wirtschaft begrüsst ausdrücklich, dass nun neu allen Unternehmen die Möglichkeit offensteht, eine Verpflichtung zur Reduktion von Emissionen einzugehen und sie damit im Gegenzug die CO2-Abgabe rückerstattet erhalten können.

 


Daniela Decurtins Testimonial

16.09.2022: Strom aus Frankreich – Sparanstrengungen wichtig für die Versorgungssicherheit

Die französische Übertragungsnetzbetreiberin RTE hat diese Woche in einem Bericht zur Winterversorgung 2022/2023 festgehalten, dass das Risiko einer Mangellage bewältigt werden könne. Entscheidend seien dafür die Sparanstrengungen auf der Verbrauchsseite: Bei einer Nachfragereduktion von einem bis fünf Prozent geht RTE davon aus, dass die Versorgungssicherheit in fast allen Szenarien gewährleistet ist. In einem extrem kalten Winter brauche es hingegen 15 Prozent weniger Nachfrage, um auf der sicheren Seite zu sein. Der Verbrauch in Frankreich hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Schweiz. Je besser die inländische Versorgung im Winter, desto mehr Strom kann unser Nachbarland exportieren. Die aktuelle Verbrauchssituation in Frankreich ist online einsehbar: https://www.monecowatt.fr/

 


16.09.2022: Mantelerlass: Wichtig für die Versorgungssicherheit

Der Bundesrat hat mit dem sogenannten «Mantelerlass» eine umfassende Revision des Energiegesetzes und Stromversorgungsgesetzes ins Parlament geschickt. Dieser Mantelerlass will die Rahmenbedingungen für den inländischen Zubau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und damit die Stromversorgungssicherheit in der Schweiz verbessern.

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15.09.2022: EU will Gewinne aus der Stromproduktion abschöpfen

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat gestern verkündet, dass die 27 EU-Regierungen die hohen Gewinne von Stromproduzenten, welche günstig produzieren können, abschöpfen wollen. Die eingenommenen Mittel sollen danach an die am stärksten betroffenen Haushalte und an Unternehmen sowie an Industrien mit hohem Energiebedarf verteilt werden. Insbesondere sollen die Einnahmen von Öko-, Atom- und Kohlestromkraftwerken in der ganzen EU bei 180 Euro pro Megawattstunde gedeckelt werden. Die Differenz zwischen Börsenpreis und dieser Obergrenze soll dann an die Regierungen fliessen. Zudem sollen Öl-, Kohle- und Gaskonzerne Teile ihrer Profite abtreten.

Bezüglich der praktischen Umsetzung dieser Pläne gibt es aber noch viele Fragezeichen. Staatliche Preisregulierungen und Markteingriffe können problematisch und riskant sein. Bei einem solchen Eingriff in den Strommarkt besteht zum Beispiel die Gefahr, dass die nötigen Anreize für zusätzliche Investitionen in erneuerbare Energien verschwinden. Dem aktuellen Mangel an günstigem Strom in Europa dient das sicherlich nicht, doch zusätzliche Stromproduktion wäre nun nötig.

 


Urs Schellenberger Testimonial

06.09.2022: Stromversorgungssicherheit: Rettungsschirm ist wichtig für Axpo

Der Bundesrat hat den Rettungsschirm mittels Notverordnung aktiviert und stellt der Axpo einen Kreditrahmen im Umfang von 4 Milliarden Franken zur Verfügung. economiesuisse begrüsst diesen Schritt, denn es ist wichtig, dass die Axpo auch weiterhin ihren wichtigen Beitrag an die Versorgungssicherheit leisten kann.

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14.09.2022: Mangellage: Schweizer Firmen kämpfen mit Lieferengpässen und Energieknappheit

Die jüngste Umfrage von economiesuisse zeigt, dass es der Schweizer Wirtschaft weiterhin an wichtigen Vorprodukten fehlt. Die Situation hat sich über den Sommer nur leicht entspannt. Bereits kündigt sich die nächste Mangellage an: Jedes dritte befragte Unternehmen kämpft zurzeit mit Problemen bei der Energiebeschaffung. Und die Aussichten lassen nichts Gutes erahnen. Ein Grossteil der Schweizer Wirtschaft befürchtet in den kommenden Monaten einen noch stärkeren Anstieg der Strompreise – viele Betriebe rechnen gar mit Rationierungen. Und trotz betrieblicher Anpassungen: Drei von fünf befragten Firmen sind nicht ausreichend auf einen Gas- und Strommangel vorbereitet.

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Michèle Rodoni Testimonial

13.09.2022: Parlament im Grundsatz für den Rettungsschirm für Stromunternehmen

Der Nationalrat hat heute den mit zehn Milliarden Franken ausgestatteten Rettungsschirm für Stromunternehmen grundsätzlich angenommen. Der Ständerat hatte dazu bereits im Juni Ja gesagt. economiesuisse begrüsst diesen Entscheid. In Anbetracht der Marktturbulenzen ist eine sichere Stromversorgung zentral und muss auch in aussergewöhnlichen Situationen gewährleistet werden können. Der Bundesrat hatte den Rettungsschirm bereits vor der Debatte im Nationalrat mittels Notverordnung aktiviert, da die Axpo ein Gesuch dafür eingereicht hatte. Mit dem Ja des Nationalrats zeichnet sich nun ab, dass die Notverordnung vom Bundesrat durch ein dringliches und bis Ende 2026 befristetes Gesetz abgelöst werden kann.

 


02.09.2022: Gaslager in den EU-Staaten sind zu 80 Prozent gefüllt. Also viel Geschrei um nichts?

Ende Juni hat die EU die Gasspeicher-Verordnung beschlossen. Diese sieht vor, dass die unterirdischen Gasspeicheranlagen in den Mitgliedstaaten bis zum 1. November 2022 zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein müssen. Im nächsten Jahr sollen es dann 90 Prozent sein. Wie sich nun zeigt, haben in letzter Zeit die Füllstände in den einzelnen EU-Staaten deutlich zugelegt.

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01.09.2022: mangellage.ch ist online!

Seit heute ist die Plattform www.mangellage.ch für den Handel mit Verbrauchsrechten (Kontingenten) mit erweiterter Funktionalität aufgeschaltet. Die französisch- (www.penurie.ch) und italienischsprachigen (www.penuria.ch) Versionen sind ebenfalls publiziert. Auf der Website können Sie sich registrieren – als Mitglieder mit reduziertem Beitrag –, um aus erster Hand die aktuellsten Informationen zum Stand der Energieversorgung zu bekommen.

 


26.08.2022: Die Strompreise steigen massiv – was tun?

Die steigenden Strompreise treffen Private und Unternehmen hart, oft ist von einer regelrechten «Strompreisexplosion» zu lesen. Für vormals gesunde Unternehmen kann die Produktion plötzlich unrentabel werden, besonders bei energieintensiven Unternehmen. Auch Haushalte erfahren eine grosse Mehrbelastung, wobei durch die Grundversorgung ein gewisser Schutz besteht. Nichtsdestotrotz können Menschen mit tiefen Einkommen im schlimmsten Fall in die Energiearmut abrutschen. Die Situation ist ernst. 

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15.08.2022: Die Energiekrise erlaubt überfällige Kurskorrekturen

Eine durchdachte und tragfähige Energiepolitik schafft den Ausgleich zwischen den Zielgrössen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Dieses fragile Gleichgewicht ist jedoch aus den Fugen geraten: Die Versorgungssicherheit mit Strom ist vielleicht schon diesen Winter gefährdet und die Preise gehen durch die Decke. Und mit den hierzulande wohl nötigen Gas- sowie Ölkraftwerken hat auch das Klima das Nachsehen. In Deutschland sollen sogar Braunkohlekraftwerke reaktiviert werden.

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05.08.2022: Gasversorgung: Das schlägt die Schweizer Wirtschaft im Hinblick auf den kommenden Winter vor

Positionspapier zur Mangellage


29.07.2022: Energiemangellage: Mit betriebsoptimierenden Massnahmen Risiken verkleinern

Mittels Zielvereinbarungen mit der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) arbeiten Unternehmen in der Schweiz seit über 20 Jahren erfolgreich daran, ihre Energieeffizienz stetig zu verbessern. Sie tragen so auch aktiv dazu bei, die Risiken bei einer Mangellage zu minimieren. Aktuell sind die Herausforderungen für viele Betriebe dennoch gross. Für den Umgang mit Zielvereinbarungen in einer ausserordentlichen Lage wären klare Regeln erwünscht.

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29.06.2022: Gasmangellage bedroht Wirtschaft und Gesellschaft: Alle müssen am gleichen Strick ziehen

economiesuisse, Swissmem und scienceindustries unterstützen die Bestrebungen des Bundes und der Gasbranche zur Sicherung der Gasversorgung. Eine Gasmangellage würde grosse wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden verursachen. Damit die Schweiz auf den kommenden Winter vorbereitet ist, heisst es nun: dranbleiben und zwei Gänge höher schalten! Alle müssen im Kontingentierungsfall einen Beitrag leisten. Ebenso müssen alle Verbraucher frühzeitig sensibilisiert, beraten und unterstützt werden. Die Wirtschaft bietet diesbezüglich Hand für einen gemeinsamen Effort.

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22.04.2022: Kraut, Rüben und Chabis in der Energiepolitik

Die Diskussionen um die Zukunft unserer Energieversorgung sind komplex, unübersichtlich und zuweilen diffus. Für die Wirtschaft bleibt sonnenklar: Versorgungssicherheit ist unser höchstes Gut.

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30.03.2022: FÜNF GRUNDPFEILER FÜR EINE SICHERE STROMVERSORGUNG

Die Stromversorgungssicherheit der Schweiz ist gefährdet: Bereits ab 2025 drohen gemäss Elcom Stromlücken. Neben dem humanitären Desaster hat der Krieg in der Ukraine die Verletzlichkeit der Energieversorgung aufgezeigt. Für eine sichere, nachhaltige und wirtschaftliche Stromversorgung schlagen economiesuisse, scienceindustries und Swissmem fünf Grundpfeiler sowie konkrete Anpassungen des Mantelerlasses (Revision Stromversorgungs- und Energiegesetz) vor. Lesen Sie mehr dazu in unserer Medienmitteilung.