# 8 / 2020
27.11.2020

Internationaler Wettbewerb um Jungunternehmen: Die Schweiz braucht Start-up-Visa

Die Schweiz ist ein Forschungs- und Innovationsland, doch bei den Rahmenbedingungen für Start-ups verliert sie zunehmend an Attraktivität. Es fehlt ein Visa-Programm für innovative Jungunternehmerinnen und -unternehmer aus Drittstaaten, wie es in den letzten Jahren weltweit von zahlreichen Ländern eingeführt wurde.

Das Wichtigste in Kürze

Der internationale Wettbewerb um Start-up-Unternehmen verschärft sich. Immer mehr Länder versuchen, innovative Firmengründungen durch attraktive Rahmenbedingungen zu fördern – dazu zählt in vielen Fällen auch ein spezielles Visa-Programm für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer aus anderen Staaten. In den letzten zehn Jahren wurden weltweit zahlreiche dieser Programme gestartet, viele davon in europäischen Staaten. Die Schweiz kennt bisher keine speziellen Visa für Start-ups. Dank der Personenfreizügigkeit können Firmengründer aus dem EU-/EFTA-Raum problemlos hier tätig werden. Die Hürden für Personen aus Drittstaaten sind hingegen hoch, denn diese Zuzüger unterliegen dem Kontingentsystem. Das bremst nicht nur den Transfer von bestehenden Start-ups vom Ausland in die Schweiz, sondern auch die Gründung von Spin-offs der Hochschulen. Für den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz erweist sich das zunehmend als Wettbewerbsnachteil gegenüber wichtigen Konkurrenten. Im Parlament sind mehrere Vorstösse lanciert worden, um die unbefriedigende Situation zu verbessern.

Position economiesuisse

  • Die Schweiz muss den Arbeitsmarktzugang für Start-up-Gründerinnen und -Gründer aus Drittstaaten rasch verbessern, unter anderem durch die Einführung von speziellen Start-up-Visa.
  • Es braucht Anpassungen im Ausländergesetz, damit den spezifischen Anforderungen von Start-ups und deren Innovationspotenzial Rechnung getragen werden kann.
  • Die Arbeitsbewilligungen für Start-ups sollen mittels Schnellverfahren bearbeitet werden und möglichst unbürokratisch ausgestaltet sein.
  • Die Bemühungen sind auf zwei Zielgruppen auszurichten: Gründer, die sich mit einem Start-up in der Schweiz ansiedeln wollen, und Personen, die bereits in der Schweiz ausgebildet wurden oder geforscht haben und ihre Ideen in einem Start-up kommerzialisieren möchten.