

Auf einen Blick
- Scale-ups sind ein zentraler Motor der Schweizer Innovationskraft.
- Der neue Swiss Scale-Up Report zeigt: Die grösste Herausforderung liegt in der Wachstumsfinanzierung. Schweizer Kapital spielt bei späteren Finanzierungsrunden eine immer kleinere Rolle.
- Es braucht mehr heimisches Wachstumskapital, damit ein grösserer Teil der durch Schweizer Innovation geschaffenen Wertschöpfung im Inland bleibt.
Die Schweiz zählt zu den innovativsten Volkswirtschaften der Welt. Im Global Innovation Index belegt sie seit Jahren den ersten Platz. Besonders ausgeprägt ist die Innovationskraft in wenigen, hochverdichteten Clustern. Zürich gehört gemessen an der Innovationsintensität pro Kopf zu den leistungsstärksten Innovationsstandorten weltweit. Auch Lausanne, Basel und Genf tragen wesentlich zur technologischen Spitzenstellung der Schweiz bei (vgl. unser Dossier Die Schweiz braucht globale Talente).
Ein zentraler Motor dieser Innovationskraft sind Scale-ups. Diese jungen Wachstumsunternehmen übersetzen Forschung in marktfähige Produkte, schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze und erschliessen internationale Märkte. Gemäss dem kürzlich veröffentlichten Swiss Scale-Up Report 2026 erreichen die 265 identifizierten Schweizer Scale-ups einen geschätzten Gesamtwert von rund 26.6 Milliarden Franken. Die Unternehmen sind stark forschungsgetrieben: 64 Prozent zählen zum Deep-Tech-Bereich, 43 Prozent sind aus Schweizer Hochschulen, insbesondere der ETH Zürich und der EPFL, hervorgegangen. Hochgerechnet schaffen sie rund 18'000 Vollzeitstellen im Bereich Forschung und Entwicklung.
Mangel an grossen Schweizer Wachstumsinvestoren
Die Zahlen zeigen aber auch eine Herausforderung: Die Schweiz ist stark im Erfinden, hat jedoch Mühe, ihre erfolgreichsten Unternehmen in der Wachstumsphase ausreichend zu finanzieren. Während zwischen 2019 und 2022 noch rund 27 Prozent des Wachstumskapitals von Schweizer Investoren stammten, waren es 2025 nur noch 13 Prozent. Internationale Investoren spielen für den Erfolg der Unternehmen eine wichtige Rolle. Sie bringen Kapital, Know-how und Zugang zu globalen Netzwerken. Je stärker das Wachstum jedoch von ausländischem Kapital finanziert wird, desto grösser wird auch der Teil der Wertschöpfung, der langfristig ausserhalb der Schweiz anfällt.
Gerade für ein kleines und international vernetztes Land sind globale Märkte und internationale Investoren unverzichtbar. Dennoch stellt sich die Frage, wie die Schweiz künftig stärker am wirtschaftlichen Erfolg ihrer innovativsten Unternehmen teilhaben kann. Der Report identifiziert insbesondere den Mangel an grossen Schweizer Wachstumsinvestoren, die Finanzierungsrunden von 50 bis 100 Millionen Franken anführen können. Zudem wünschen sich fast drei Viertel der befragten Scale-ups einen einfacheren Zugang für Pensionskassen zu Risikokapitalfonds.
Die Herausforderung der Schweiz liegt im Skalieren. Um rasch wachsen zu können, braucht es aber Kapital. Wenn es gelingt, mehr heimisches Kapital für Wachstumsunternehmen zu mobilisieren, wird in der Schweiz skaliert. Andernfalls wird ein immer grösserer Teil der aus Schweizer Spitzeninnovation entstehenden Wertschöpfung ins Ausland abfliessen. Zum Nachteil des Wirtschaftsstandort Schweiz.
Dossierpolitik
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