Laboranten
Vials

16. Mal Innovationsweltmeisterin – kein Grund zum Ausruhen

07.10.2026

Auf einen Blick

  • Die Schweiz verteidigt ihre Position als Innovationsweltmeisterin im Global Innovation Index.
  • Mit dem Vorrücken auf Rang 13 im Cluster-Ranking pro Kopf festigt Zürich seine Stellung als einer der weltweit führenden Innovationscluster.
  • Damit die Wertschöpfung aus Schweizer Innovation vermehrt in der Schweiz bleibt, braucht es bessere Finanzierungsperspektiven für Wachstumsunternehmen.

Artikel teilen

Als PDF herunterladen

Die Schweiz bleibt die weltweit innovativste Volkswirtschaft. Im neusten Global Innovation Index 2026 belegt sie zum 16. Mal in Folge den ersten Rang und behauptet sich damit vor Schweden und den USA. Der Erfolg gründet auf einem starken Innovationsökosystem, in dem Forschung, Unternehmen, Kapital und Talente eng zusammenwirken (vgl. Dossierpolitik «Die Schweiz braucht globale Talente»). Besonders bemerkenswert ist daher auch die Entwicklung im weltweiten Innovationscluster-Ranking. Zürich verbessert sich bei der Innovationsintensität pro Kopf von Rang 14 auf Rang 13 und gehört damit zu den innovativsten Regionen der Welt. Europaweit liegt Zürich nach wie vor auf Rang 7. Eine besondere Auszeichnung erhält der Standort Zürich als einer der wenigen «Scale and Intensity Leaders». Damit gehört Zürich weltweit zu jener kleinen Gruppe von Innovationsclustern, die gleichzeitig eine hohe Zahl an Patenten, wissenschaftlichen Publikationen und innovativen Unternehmen sowie eine aussergewöhnlich hohe Innovationsleistung im Verhältnis zur Bevölkerungsgrösse aufweisen (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Führende Innovationscluster nach Grösse und Innovationsintensität

image 1

Quelle: WIPO Statistics Database (2026)

Zürichs Innovationscluster ist kein Selbstläufer

Zürich hat das Privileg, mit der ETH Zürich eine weltweit führende Hochschule zu beheimaten. Sie ist eine zentrale Taktgeberin des Innovationsclusters: 2025 gingen 46 Ventures, davon 24 Spin-offs und 22 Start-ups aus der ETH hervor. Die ETH bringt damit Forschung, Unternehmertum und internationale Spitzentalente zusammen und stärkt die Attraktivität des Standorts Zürich.

Doch auch ein Spitzencluster ist kein Selbstläufer. Gemäss einer Analyse der CRIF AG verzeichnete der Kanton Zürich 2025 mit netto 252 Firmen die höchste interkantonale Unternehmensabwanderung der Schweiz. Jüngst kündigten mit Vontobel und Cembra zudem zwei bekannte Finanzinstitute an, ihre Hauptsitze aus Zürich zu verlegen.

Das ist ein Warnsignal. Wandern bedeutende Unternehmen ab, schwächt dies das Ökosystem und seine Anziehungskraft. Damit Zürich auch künftig zu den weltweit führenden Innovationsclustern gehört und die Schweiz im Innovationsranking an der Spitze bleibt, braucht es wettbewerbsfähige steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen.

Damit Wertschöpfung in der Schweiz bleibt

Ebenso entscheidend ist, dass erfolgreiche Innovationen am Standort wachsen können. Gerade daran hapert es häufig: Trotz ihrer Spitzenposition fehlt oft genügend heimisches Kapital für wachstumsstarke Technologieunternehmen. Gemäss dem Swiss Scale-Up Report 2026 stammten 2025 nur gerade mal 13 Prozent des Risikokapitals aus der Schweiz. Für grössere Finanzierungsrunden sind innovative Unternehmen deshalb häufig auf ausländische Geldgeber angewiesen. Je stärker das Wachstum jedoch von ausländischem Kapital finanziert wird, desto grösser wird auch der Teil der Wertschöpfung, der langfristig ausserhalb der Schweiz anfällt (vgl. Innovationsweltmeisterin mit Finanzierungslücke).

Damit die Schweiz ihre Führungsposition auch künftig behaupten und von der Wertschöpfung, die aus Schweizer Spitzeninnovation entsteht, profitieren kann, braucht es Offenheit für Talente und Technologien, klare und attraktive Rahmenbedingungen sowie bessere Finanzierungsperspektiven für Wachstumsunternehmen.

Newsletter abonnieren

Jetzt hier zum Newsletter eintragen. Wenn Sie sich dafür anmelden, erhalten Sie ab nächster Woche alle aktuellen Informationen über die Wirtschaftspolitik sowie die Aktivitäten unseres Verbandes.

E-Mail-Adresse