Mann im Anzug steht lächelnd in hellem Büroraum

« Entscheidend ist nicht, ob es Schulnoten gibt, sondern ob Leistungen aussagekräftig, fair und vergleichbar beurteilt werden. »

Rudolf Minsch

Vergleichbarkeit erhöhen statt Schulnoten abschaffen

24.08.2026

Auf einen Blick

  • Lehrbetriebe können nicht mehr auf die Noten der obligatorischen Schule vertrauen.
  • Das Problem sind nicht die Noten, sondern ihre fehlende Vergleichbarkeit.
  • Lehrbetriebe brauchen faire und vergleichbare Leistungsnachweise. Der Kanton Zug macht nun dazu einen wichtigen Schritt.

Die Debatte um die Schulnoten wird weiterhin emotional geführt. Dabei gerät die eigentliche Herausforderung aus dem Blickfeld: Die schulischen Beurteilungen sind heute oft nur begrenzt vergleichbar. In unserem Dossier haben wir bereits 2024 darauf hingewiesen, dass Lehrbetriebe nicht mehr auf die Noten der obligatorischen Schule vertrauen können. In der Folge haben verschiedene Bildungsfachleute und -Politiker diese Informationen falsch gedeutet und gefordert, dass man Noten ganz abschaffen solle, weil die Wirtschaft nicht darauf aufbauen könne. Doch diese Schlussfolgerung ist falsch. Künftige Lehrmeister brauchen verlässliche und nachvollziehbare Beurteilungen der Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Diese braucht es auch für die Auswahl der geeigneten Lernenden.

Der Kanton Zug verschiebt die Debatte nun von der Ideologie zur Leistungsmessung. Entscheidend ist nicht, ob es Noten gibt, sondern ob Leistungen aussagekräftig, fair und vergleichbar beurteilt werden. Genau hier setzt die Zuger Reform mit Notenpflicht für Prüfungen und halbjährlichen Vergleichstests an. Standardisierte Leistungsmessungen helfen Lehrpersonen, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Quervergleich besser einzuordnen. Voraussetzung dafür ist, dass alle Lehrpersonen mitziehen. Noten dürfen keine Frage des didaktischen Stils oder persönlicher Vorlieben sein.

Gerade für die Berufsbildung ist das entscheidend. Lehrbetriebe müssen einschätzen können, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Jugendliche tatsächlich mitbringen. Sind die schulischen Beurteilungen aussagekräftig und vergleichbar, können Unternehmen sich stärker darauf verlassen und müssen seltener auf eigene Assessments zurückgreifen. Davon profitieren sowohl die Jugendlichen als auch die Betriebe.

Passende Artikel

zum Thema Bildungspolitik

Newsletter abonnieren

Jetzt hier zum Newsletter eintragen. Wenn Sie sich dafür anmelden, erhalten Sie ab nächster Woche alle aktuellen Informationen über die Wirtschaftspolitik sowie die Aktivitäten unseres Verbandes.

E-Mail-Adresse