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​​Öffnung der Zürcher Lehrerbildung: ein Schritt mit Signalwirkung

22.01.2026

Auf einen Blick

  • ​​Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden im Kanton Zürich können künftig prüfungsfrei an die PH.
  • Der Zugang wird offener bei gleichbleibenden Anforderungen und Qualität des Studiums.
  • Entscheidend bleibt, die motiviertesten und geeignetsten Personen für den Primarlehrberuf zu gewinnen.

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​​Wer eine Berufsmaturität hat, soll im Kanton Zürich künftig ohne Aufnahmeprüfung an der Pädagogischen Hochschule (PH) studieren dürfen. Der Zürcher Regierungsrat setzt damit eine politische Forderung um, die im Kantonsrat bereits eine Mehrheit gefunden hat. Eine entsprechende Gesetzesänderung steht noch bevor.

​Der Entscheid kommt nicht aus dem Nichts: Seit Jahren sinkt die Zahl der gymnasialen Maturandinnen und Maturanden für die Primarlehrausbildung an den PHs, während Fach- und Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden zunehmen. Der Regierungsrat reagiert somit auf eine Veränderung, die die PHs längst spüren.

​Berufserfahrung als Pluspunkt im Schulalltag

​Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmaturität bringen etwas mit, das im Schulalltag besonders wertvoll ist: echte Praxiserfahrung. Fähigkeiten wie Teamwork, Verantwortungsbewusstsein oder Belastbarkeit entstehen selten im Seminarraum, dafür umso häufiger im Betrieb und im Kontakt mit Kundinnen und Kunden. Diese Erfahrungen erweitern die Perspektiven im Unterricht und schlagen eine Brücke zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

​Offene Türen für Talente, aber mit klaren Qualitätsansprüchen

​Gleichzeitig ist entscheidend, dass die Qualität des Studiums nicht unter die Räder kommt. Die Anforderungen an das PH-Studium müssen unverändert hoch bleiben, denn es geht darum, die richtigen und wirklich motivierten Personen für den Primarlehrberuf zu gewinnen. Ein prüfungsfreier Zugang sollte deshalb an mindestens zwei Jahre Berufspraxis nach dem Lehrabschluss geknüpft werden. Das stärkt nicht nur fachliche und soziale Kompetenzen, sondern auch das Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten, eine Stärke, die im Klassenzimmer von besonderem Vorteil ist.

​Da das PH-Studium praxisorientiert aufgebaut ist, bringen Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden grundsätzlich die Studierfähigkeit mit. Vereinzelte fachliche Lücken, beispielsweise im musikalischen oder gestalterischen Bereich, lassen sich während des Studiums gezielt schliessen, ohne die Ausbildungsqualität zu senken.

​Wichtig bleibt jedoch ein wachsames Auge auf die Auswirkungen der neuen Regelung. Falls sich in der Praxis zeigen sollte, dass die Öffnung nicht wie erhofft funktioniert, braucht es die Möglichkeit, nachzujustieren. Eine begleitende Evaluation nach einer angemessenen Zeitspanne würde hier wichtige Hinweise liefern.

​Das Ziel ist klar

​Schlussendlich geht es darum, mehr Durchlässigkeit bei gleichbleibend hohen Anforderungen zu garantieren. Die Öffnung soll motivierten und geeigneten Personen den Weg in den Primarlehrberuf erleichtern, ohne die Ausbildungsqualität zu senken. So können zusätzliche Talente gewonnen werden, ohne Abstriche beim Niveau zu machen.​ 

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