

« Selbst die beste Idee braucht ein Umfeld, in dem sie getestet, finanziert und skaliert werden kann. »
Innovation ist die Basis unseres Wohlstands
23.10.2026
Auf einen Blick
- Die Schweiz verdankt ihren Wohlstand dem starken Unternehmer- und Erfindergeist.
- Damit wir ein führender Innovationsstandort bleiben, brauchen Unternehmen mehr Freiraum, weniger Bürokratie und bestmöglichen Zugang zu Talenten und internationalen Märkten
Innovation beginnt selten mit einem perfekten Plan. Sie beginnt mit einer Idee, einem konkreten Problem und vor allem: Sie beginnt mit Menschen, die bereit sind, Verantwortung und Risiken zu übernehmen.
Als Mitgründer eines Startups erlebe ich selbst, was es bedeutet, aus einer Idee ein Unternehmen zu entwickeln. Meine unternehmerischen Erfahrungen zeigen mir: Innovation ist kein abstrakter wirtschaftspolitischer Begriff. Sie besteht aus Prototypen, Finanzierungsrunden, Kundenfeedback, gescheiterten Versuchen, regulatorischen Hürden, starken Teams und manchmal auch schlaflosen Nächten. Wenn sie gelingt, schafft sie Produktivität, Arbeitsplätze und gesellschaftlichen Fortschritt.
Wissen ist unser Rohstoff
Für die Schweiz ist das besonders wichtig. Unser Land verfügt über keine grossen natürlichen Ressourcen. Unsere wichtigste Ressource sind die Menschen: was sie wissen, was sie sich vorstellen können, was sie auszuprobieren wagen und was sie daraus entwickeln.
Nur dank dieser Innovationskraft kann sich ein Hochlohn- und Hochkostenland wie die Schweiz im internationalen Wettbewerb behaupten. Wir können nicht die günstigsten sein. Wir müssen besser, schneller, präziser und zuverlässiger sein.
Die Schweiz gehört seit Jahren zu den führenden Innovationsstandorten der Welt. Wir verfügen über hervorragende Hochschulen, international erfolgreiche Unternehmen in wissensintensiven Branchen und ein duales Bildungssystem, das Theorie und Praxis auf besondere Weise verbindet.
Diese Stärke ist jedoch nicht selbstverständlich. In Teilen der Wirtschaft bestehen weiterhin Lücken bei der Digitalisierung. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen verfügen nicht immer über die notwendigen Ressourcen, um neue Technologien rasch einzuführen. Lässt die Innovationskraft nach, verliert eine Volkswirtschaft an Produktivität, Exportstärke und Anpassungsfähigkeit.
Innovation braucht bestmögliche Rahmenbedingungen
Startups übernehmen im Innovationsland Schweiz eine besondere Rolle. Im Umfeld von Hochschulen und Forschungszentren entstehen Unternehmen, die neue Erkenntnisse in konkrete Anwendungen übersetzen. Sie bringen Geschwindigkeit, Mut und technologische Kompetenz in die Wirtschaft. Gleichzeitig fordern sie etablierte Unternehmen heraus, sich weiterzuentwickeln.
Doch selbst die beste Idee braucht ein Umfeld, in dem sie getestet, finanziert und skaliert werden kann. Für Startups sind deshalb der Zugang zu internationalen Märkten, Forschungsnetzwerken und qualifizierten Fachkräften aus dem In- und Ausland zentrale Standortfaktoren. Ebenso unverzichtbar sind effiziente und digitale Arbeitsbewilligungsverfahren.
Eine gute Innovationspolitik schafft dafür die Voraussetzungen. Sie verankert Unternehmertum und Innovationsdenken früh in der Bildung, verbessert die Rahmenbedingungen für Venture Capital und setzt auf eine Regulierung, die Fortschritt ermöglicht statt behindert.
Mehr Freiraum für unternehmerische Ideen
Doch genau hier liegen die politischen Herausforderungen. Heute müssen Schweizer Unternehmen auf Bundesebene mehr als 36'000 regulatorische Verpflichtungen erfüllen. Das sind rund 12'000 mehr als noch vor zwanzig Jahren. Gerade junge Unternehmen, die wachsen wollen, dürfen nicht durch übermässige Regulierung gebremst werden. Umso wichtiger sind effiziente und digitale Behördenprozesse.
Eine vollständig digitale Firmengründung, gebündelte Behördenleistungen und rasche Bewilligungsverfahren würden Startups entlasten. Bürokratiekosten von jährlich über 30 Milliarden Franken könnten vermieden werden, wenn die öffentliche Hand ihre Prozesse konsequent digitalisieren und effizienter ausgestalten würde. Bund und Kantone sind daher gefordert, die administrative Belastung mit konkreten Entlastungsmassnahmen zu senken.
Wenn uns das gelingt, bleibt die Schweiz ein Standort der Zukunft: ein Land, in dem Forschung, Unternehmertum und offene Märkte zusammenkommen, Ideen zu Unternehmen werden und Wohlstand immer wieder neu erarbeitet wird.
Die Erstpublikation dieses Beitrags erfolgte am 23. Oktober 2026 im Magazin Founded.
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