

Freihandelsabkommen mit Vietnam: Neue Chancen für Schweizer Unternehmen
18.10.2026
Auf einen Blick
- Nach mehr als 14 Jahren Verhandlungen haben die EFTA-Staaten und Vietnam in Hanoi ein neues Freihandelsabkommen unterzeichnet.
- Das Abkommen verbessert den Marktzugang und stärkt die Wettbewerbsposition der Schweizer Unternehmen im dynamischen Wachstumsmarkt Vietnam.
- Damit die Unternehmen diese Vorteile rasch nutzen können, sind nun eine zügige Genehmigung und ein baldiges Inkrafttreten entscheidend.
Nach mehr als 14 Jahren Verhandlungen ist der Durchbruch geschafft: Der vietnamesische Präsident Tô Lâm und Bundespräsident Guy Parmelin haben in Hanoi das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und den EFTA-Staaten in Anwesenheit weiterer EFTA-Partner unterzeichnet. Die Unterzeichnung ist der Höhepunkt der Wirtschaftsmission von Bundespräsident Parmelin nach Vietnam. Begleitet wird er von einer hochrangigen Schweizer Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von economiesuisse-Präsident Silvan Wildhaber.
Vietnam als strategischer Wachstumsmarkt
Für die Schweizer Wirtschaft ist das Freihandelsabkommen von grosser Bedeutung. Vietnam zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften Asiens: 2025 wuchs das reale Bruttoinlandprodukt um 8.0 Prozent auf rund 494 Milliarden US-Dollar. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von rund 2.9 Milliarden Franken ist das Land bereits der drittgrösste Handelspartner der Schweiz in der ASEAN-Region. Zudem beschäftigen über 100 Schweizer Unternehmen vor Ort mehr als 17'000 Personen.
Das Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Das anhaltende Wachstum, die wachsende Mittelschicht und die stärkere Einbindung Vietnams in globale Wertschöpfungsketten eröffnen der Schweizer Wirtschaft vielfältige Chancen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Life Sciences, Infrastruktur, Energie, Logistik, industrielle Fertigung, Lebensmittelverarbeitung und Textilien. Gleichzeitig können Unternehmen mit einem stärkeren Engagement in Vietnam ihre Absatzmärkte diversifizieren und ihre Lieferketten in Asien breiter abstützen.
Freihandelsabkommen stärkt Wettbewerbsfähigkeit
Das Abkommen schafft die Grundlage, dieses Potenzial besser zu nutzen und die Wettbewerbsposition der Schweizer Wirtschaft zu stärken. Die EU und das Vereinigte Königreich verfügen bereits über Freihandelsabkommen mit Vietnam. Der Abbau dieses Wettbewerbsnachteils ist deshalb auch strategisch wichtig: In einem von geopolitischen Spannungen und veränderten Lieferketten geprägten Umfeld erhöht der frühe Zugang zu Wachstumsmärkten die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Schweiz.
Konkret baut Vietnam die Zölle auf die grosse Mehrheit der Industrieprodukte aus den EFTA-Staaten innerhalb von maximal elf Jahren vollständig ab. Auch wichtige Schweizer Lebensmittel werden zollfrei. Gleichzeitig verbessert das Abkommen die Rahmenbedingungen für Dienstleistungen und Investitionen, stärkt den Schutz des geistigen Eigentums und erleichtert mit modernen Ursprungsregeln und Bestimmungen zur Handelserleichterung den grenzüberschreitenden Handel. Verbindliche Bestimmungen zu Handel und nachhaltiger Entwicklung ergänzen die Marktöffnung.
Nun ist das Parlament am Zug
Als Nächstes wird der Bundesrat das Abkommen dem Parlament unterbreiten. Eine rasche Genehmigung und ein baldiges Inkrafttreten sind zentral, damit Schweizer Unternehmen die verbesserten Marktzugangsbedingungen nutzen und ihren Wettbewerbsnachteil möglichst rasch abbauen können.
Dossierpolitik
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