Funk Container
mann schiebt transportwagen

Zunahme des Aussenhandels in turbulenten Zeiten

29.01.2026

Auf einen Blick

  • Der Schweizer Aussenhandel legte letztes Jahr in beiden Handelsrichtungen zu.
  • 2025 war für die Schweizer Exportwirtschaft wegen zunehmendem Protektionismus und Zöllen aber auch ein sehr herausforderndes Jahr.
  • Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hierzulande sind daher weiter zu verbessern.

Artikel teilen

2025 war für den Welthandel und folglich auch für die Schweizer Exportwirtschaft ein sehr turbulentes Jahr. Protektionistische Tendenzen und Zölle stiegen auf ein neues Rekordniveau. Gleichzeitig wurden aber auch verschiedene neue Freihandelsabkommen ausgehandelt oder in Kraft gesetzt und so für die Firmen ein verbesserter Marktzugang geschaffen. Alles in allem war das letzte Jahr vor allem von viel Unsicherheit geprägt. economiesuisse hat im Dezember 2025 in einer Rückschau bereits darüber berichtet. Damit lassen sich auch die grossen Schwankungen über die Quartale bei den Exporten erklären. Insgesamt konnte der Schweizer Aussenhandel 2025 in beiden Handelsrichtungen zulegen, auch wenn die Zahlen je nach Region und Branche sehr unterschiedlich ausfallen.

Europa legt zu und Chemie-Pharma bleibt weiterhin Exporttreiber

Die Exporte nahmen um 1.4 Prozent auf 287 Milliarden Franken zu und erreichten damit einen neuen Rekordstand. Das letztjährige Plus bei den Exporten basierte auf fünf der zehn Warengruppen. Chemische und pharmazeutische Produkte machen seit Jahren einen substanziellen Teil der Schweizer Exporte aus. 2025 stieg der Ausfuhrwert der gesamten Warengruppe Chemie-Pharma mit einem Plus von 3.3 Milliarden Franken auf einen neuen Rekordstand. Des Weiteren legten auch die Fahrzeugexporte um 850 Millionen Franken zu. Hingegen waren die Exporte von Uhren sowie von MEM-Produkten weiterhin rückläufig.

Während der Handel mit Europa 2025 sowohl import- als auch exportseitig gut lieft, fielen die Exporte nach China auf dem niedrigsten Stand seit 2020. Der Handel mit den USA war für die Schweizer Firmen besonders herausfordernd. Über das ganze letzte Jahr gesehen waren die Importe rückläufig, während die Exporte anstiegen.

Diversifizierung und Rechtssicherheit sind zentral

In der Schweiz ist der Aussenhandel ein zentrales Standbein für die Gesamtwirtschaft. Viele Schweizer Firmen behaupten sich erfolgreich auf dem Weltmarkt. Damit sie auch künftig erfolgreich sein können, benötigen sie gute Rahmenbedingungen in der Schweiz und den bestmöglichen Zugang zu ausländischen Märkten. Die Diversifikation der Absatzmärkte gewinnt gerade in geopolitisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten noch mehr an Bedeutung.

Dafür gilt es zum einen den bilateralen Weg mit der EU als wichtigste Handelspartnerin der Schweiz zu sichern und weiterzuentwickeln. Zum anderen bieten Freihandelsabkommen den Schweizer Firmen einen begünstigten und rechtsicheren Zugang zu neuen Märkten. Nur mittels einer raschen Ratifizierung durch das Schweizer Parlament können die jüngst ausgehandelten Abkommen mit Malaysia, den Mercosur-Staaten und Thailand von der Exportwirtschaft dann auch tatsächlich genutzt werden.

Letztlich können auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Inland mittels verschiedener Massnahmen merklich verbessert werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Das laufende Transformationsprogramm DaziT des Schweizer Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit hat die vollständige Digitalisierung und Vereinfachung der Zollprozesse zum Ziel und trägt so zur administrativen und finanziellen Entlastung der Schweizer Firmen bei.

Passende Artikel

zum Thema Internationaler Marktzugang

Newsletter abonnieren

Jetzt hier zum Newsletter eintragen. Wenn Sie sich dafür anmelden, erhalten Sie ab nächster Woche alle aktuellen Informationen über die Wirtschaftspolitik sowie die Aktivitäten unseres Verbandes.

E-Mail-Adresse