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Technologieoffene Stromversorgung: Axpo-Studie zeigt Handlungsbedarf für die Schweiz

24.03.2026

Auf einen Blick

  • Die Axpo hat erstmals umfassende, technologieoffene Stromszenarien für die Schweiz vorgelegt.
  • Das ist ein wichtiger Schritt: Bisher wurden zentrale Optionen aufgrund des geltenden Kernkraftverbots gar nicht vertieft geprüft.
  • Die Schweizer Wirtschaft begrüsst diese Analyse ausdrücklich und dankt Axpo für die fundierte Aufarbeitung.

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Die Szenarien zeigen klar: Eine Laufzeitverlängerung der bestehenden Kernkraftwerke trägt wesentlich zu einer sicheren und kostengünstigen Stromversorgung bei. Bereits aus diesem Grund ist es für Unternehmen und Bevölkerung zentral, dass das bestehende Kernkraftverbot aufgehoben wird.

Auch für den langfristigen Ersatz bieten sich Perspektiven. Neue Kernkraftwerke könnten beispielsweise gemäss Studie zu vergleichbaren oder tieferen Kosten produzieren als dezentrale Dachsolaranlagen. Während neue Kernkraftwerke auf Kosten von rund 80–160 Franken pro Megawattstunde kommen, liegen kleine Dach-PV-Anlagen – je nach Ausgestaltung – bei 130–190 Franken pro Megawattstunde.

Winterstrom bleibt die grösste Herausforderung

Besonders deutlich wird die Bedeutung gesicherter Produktion im Winter. Hier zeigt die Studie: Kernenergie ist eine vergleichsweise kosteneffiziente Option. Der staatliche Förderbedarf für zusätzlichen Winterstrom fällt bei Kernkraftwerken deutlich tiefer aus als bei diversen Alternativen.

Gleichzeitig ist klar: Rund zwei Drittel der benötigten Winterstromproduktion im Jahr 2050 sind heute noch nicht gebaut. Die Herausforderung ist erheblich – und wird politisch noch zu wenig ernst genommen.

Keine Technologie kommt ohne Förderung aus

Die Analyse macht deutlich: Keine klimafreundliche Energieform kommt heute ohne staatliche Unterstützung aus. Das gilt für erneuerbare Energien ebenso wie für Kernenergie oder klimaneutrale Gaskraftwerke.

Vor diesem Hintergrund greift die Forderung nach ausschliesslich eigenwirtschaftlichen Lösungen zu kurz. Entscheidend ist vielmehr, dass die verschiedenen Technologien unter vergleichbaren Bedingungen beurteilt werden.

Technologieoffenheit statt Ideologie

Die Ergebnisse unterstreichen: Die Energiezukunft der Schweiz ist technologieoffen. Es braucht ein Zusammenspiel von erneuerbaren Energien, eine enge Einbindung in die europäische Stromversorgung sowie die Option des Ersatzes der bestehenden Kernkraftwerke. Denn auch wenn solche erst 2050 realistisch sind – genau dann gehen die bestehenden Kernkraftwerke spätestens vom Netz. Wir sind es kommenden Generationen schuldig, die Versorgungssicherheit auch nach 2050 nachhaltig zu gewährleisten.

Klare Erwartungen der Wirtschaft

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen ruft die Schweizer Wirtschaft die Politik zu entschlossenem Handeln auf:

  • Erneuerbare Energien rasch weiter ausbauen
  • Stromabkommen mit der EU abschliessen
  • Kernkraftverbot aufheben und Technologieoffenheit sicherstellen

Nur so kann die Schweiz langfristig eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Stromversorgung gewährleisten. Gelingt es nicht, sind die Kaufkraft der Bevölkerung, die Schweizer Industrie sowie die Klimaziele die Leidtragenden.

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