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​​Starrer Bevölkerungsdeckel verschärft demografische Herausforderungen​ 

20.02.2026

Auf einen Blick

  • Die inländische Erwerbsbevölkerung schrumpft, weil jedes Jahr mehr Personen in Rente gehen, als Junge in den Arbeitsmarkt nachrücken.
  • ​Die Zahl der über 65-Jährigen wächst deutlich und das Verhältnis von Zahlern zu Bezügern in der Altersvorsorge verschlechtert sich.
  • ​Ohne Zuwanderung würden Arbeitskräfte fehlen und die Altersvorsorge noch stärker unter Druck geraten. Ein starrer Bevölkerungsdeckel würde die Probleme massiv verschärfen.​

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​​Die Schweiz hat viele Jahre von einer demografischen Dividende profitiert. Die Erwerbsbevölkerung im Inland wuchs, weil geburtenstarke Jahrgänge im erwerbsfähigen Alter waren. Sie standen den Unternehmen zur Verfügung, die Wirtschaftsleistung und der Wohlstand stiegen massiv an. Gleichzeitig war die finanzielle Belastung für die Erwerbstätigen moderat, weil zur Finanzierung der Altersvorsorge viele Zahler wenigen Bezügern gegenüberstanden. Doch das Blatt hat sich gewendet: Seit 2019 gehen jedes Jahr mehr Personen in Rente, als Junge in den Arbeitsmarkt nachrücken. Die Folgen davon sind erheblich.

​Weniger Erwerbsfähige im Inland, mehr Pensionierte

Die inländische Erwerbsbevölkerung schrumpft Jahr für Jahr. An diesem Umstand wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Ohne zusätzliche Personen aus dem Ausland wird die erwerbsfähige Bevölkerung bis 2050 im Vergleich zu heute um 11 Prozent schrumpfen. Auf der anderen Seite wird es 2050 fast 39 Prozent mehr Personen geben, die 65 Jahre oder älter sind. In diesem Wachstum ist bereits berücksichtigt, dass bei den über 65-Jährigen jedes Jahr mehr Personen die Schweiz verlassen als einwandern. Es werden also noch weitere Personen hinzukommen, die zwar im Ausland leben, aber richtigerweise einen Rentenanspruch geltend machen können. Gleichzeitig werden jedes Jahr zusätzliche Personen im erwerbsfähigen Alter in die Schweiz einwandern. Dank dieser Zuwanderung kann der Wegfall im Inland kompensiert werden. Die Erwerbsbevölkerung dürfte aber bei einem Wachstum von 8 Prozent bis 2050 auch mit Nettozuwanderung deutlich weniger stark wachsen als die über 65-Jährigen. Für die Finanzierung der Altersvorsorge bedeutet das: Das Verhältnis zwischen Zahler und Bezüger verschlechtert sich in den nächsten Jahren deutlich zu Ungunsten der Erwerbsbevölkerung. 

​Ein Bevölkerungsdeckel wäre Gift für die Bewältigung demografischer Herausforderungen

Fassen wir zusammen: Die Zahl der erwerbsfähigen Personen wird nur noch dank der Zuwanderung wachsen, im Inland hingegen nimmt die Zahl aufgrund der Demografie jedes Jahr ab. Die Zahl der über 65-jährigen Personen hingegen steigt deutlich, selbst wenn ein Teil der Pensionierten den Wohnsitz ins Ausland verlegt. Dies bringt enorme Herausforderungen für die Schweiz mit sich: Einerseits fehlen den Unternehmen im Inland die Arbeitskräfte. Anderseits gerät die Finanzierung der Altersvorsorge in Schieflage, weil die Bezüger schneller wachsen als die Zahler. Im Moment kann die Schweiz diese Effekte dank der Zuwanderung abschwächen. Die Unternehmen können ihren Bedarf mit ausländischen Arbeitskräften decken und so den Wegfall im Inland kompensieren. Und weil die Zuwanderung mehrheitlich im erwerbsfähigen Alter stattfindet, kann der stark wachsende Finanzierungsbedarf in der Altersvorsorge auf einige Köpfe mehr verteilt werden. Doch die demografischen Herausforderungen bleiben auch mit Zuwanderung gross genug. Wer nun noch einen starren Bevölkerungsdeckel einführen will, der nimmt sehenden Auges in Kauf, dass wir diese Herausforderungen nicht meistern werden. Zumindest nicht ohne einen erheblichen Schaden für die Wirtschaft, ohne Einbussen bei der Versorgungsqualität und ohne eine massive und unzumutbare Mehrbelastung jedes einzelnen Erwerbstätigen in der Schweiz.​

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