

News-Ticker: Handelspolitik Trump 2.0 – Folgen für die Schweiz
Zuletzt aktualisiert : 01.04.2026
Auf einen Blick
- 2025 erhöht sich der Druck auf die Weltwirtschaft durch neue US-Zölle.
- Das Aufflammen des internationalen Handelskonflikts belastet Schweizer Exporte, Unternehmen und Investitionen.
- Wir halten Sie hier über die neusten Entwicklungen im globalen Handelsstreit und die wirtschaftlichen Folgen für die Schweiz auf dem Laufenden.
01.04.2026
Handelsgespräche mit den USA laufen weiter
Die Schweiz und die USA haben im Joint Statement vom 14. November 2025 vereinbart, die Verhandlungen über ein verbindliches Handelsabkommen möglichst bis Ende März 2026 abzuschliessen. Diese Frist ist inzwischen verstrichen, die Verhandlungen werden jedoch weitergeführt. Bisher fanden zwei Verhandlungsrunden statt, weitere sind geplant.
Seit dem Abschluss des Joint Statement im November gab es in den USA verschiedene handelspolitische Entwicklungen: Am 24. Februar 2026 führte US-Präsident Trump einen neuen und auf 150 Tage (bis 24. Juli 2026) befristeten Zusatzzoll von 10 Prozent ein, gestützt auf Section 122 des Trade Act. Zuvor hatte der US Supreme Court entschieden, dass die bisherigen US-Zusatzzölle auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) rechtswidrig sind und deren Anwendung rückwirkend auf den 2. April 2025 aufgehoben werden muss.
26.03.2026
EU-Parlament billigt Handelsdeal mit den USA unter Auflagen
Das Europäische Parlament hat dem Handelsabkommen mit den USA zugestimmt und damit den Weg für die Umsetzung des Deals aus dem Vorjahr geebnet. Vorgesehen ist, dass die EU Zölle auf US-Industriegüter streicht, während die USA ihre Zölle auf die meisten EU-Produkte auf maximal 15 Prozent begrenzen. Die Zustimmung ist jedoch an Bedingungen geknüpft: Hält Washington seine Zusagen nicht ein, kann die EU die Zollvorteile wieder aussetzen und Gegenmassnahmen ergreifen. Das Abkommen ist bis Ende März 2028 befristet. Nun folgen Verhandlungen mit dem Rat der 27 EU-Staaten über die endgültige Ausgestaltung.
11.03.2026
USTR kündigt neue Untersuchungen im Rahmen der Section 301 des Trade Act an
Der US-Handelsbeautragte (USTR) Jamieson Greer hat neue Untersuchungen im Rahmen der Section 301 des Trade Act von 1974 gegenüber mehreren Ländern eingeleitet. Neben China, der EU, Indien und anderen Staaten ist auch die Schweiz Gegenstand dieser Untersuchungen. Der USTR prüft insbesondere, ob mögliche strukturelle Überkapazitäten in gewissen Fertigungssektoren in diesen Ländern zu Nachteilen für die US-Wirtschaft führen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen könnten als Grundlage neuer US-Zusatzzölle dienen.
05.03.2026
US-Bundesstaaten klagen gegen Trumps neuen 10-Prozent-Zoll
Eine Koalition aus 24 US-Gliedstaaten hat beim US Court of International Trade (CIT) Klage eingereicht, um die Umsetzung von US-Präsident Trumps neuem globalen Importzoll von 10 Prozent auf Basis der Section 122 des Trade Act von 1974 zu stoppen. Die Gliedstaaten argumentieren, die Massnahme sei verfassungswidrig und verstosse gegen geltendes Recht. Sie beantragen eine einstweilige Verfügung, die den Zollsatz blockieren und die Rückerstattung bereits gezahlter Abgaben anordnen würde. US-Präsident Trump hatte den weltweiten Zollsatz am 24. Februar 2026 eingeführt, nachdem der Supreme Court am 21. Februar 2026 den Grossteil seiner zuvor verhängten Zölle auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für rechtswidrig erklärt hatte.
24.02.2026
USA führen globalen, temporären Zusatzzoll von 10 Prozent auf Basis von Section 122 des Trade Act ein
Ab heute, 06:00 Uhr Schweizer Zeit (MEZ) (12:01 Uhr Eastern Standard Time) gilt für in die USA importierte Waren aus allen Ländern für einen Zeitraum von 150 Tagen ein 10 Prozent ad valorem Zusatzzoll, sofern keine ausdrückliche Ausnahme vorliegt. Rechtsgrundlage bildet die Section 122 des Trade Act von 1974. Die U.S. Customs and Border Protection (CBP) hat hierzu eine entsprechende Regelung veröffentlicht.
Der temporäre Zusatzzoll von 10 Prozent wird zusätzlich zum Meistbegünstigungszollsatz (MFN) erhoben, der vor dem 2. April 2025 galt.
Zuvor hatte US-Präsident Trump auf Truth Social einen Aufschlag von 15 Prozent angekündigt. Mehrere US-Handelspartner, darunter die EU und das Vereinigte Königreich, hatten sich gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. Das Weisse Haus signalisiert jedoch weiterhin die Absicht, den Zollsatz auf 15 Prozent anzuheben. Ein konkreter Zeitplan wurde bislang nicht genannt.
21.02.2026
US Supreme Court stoppt IEEPA-Zölle, Unsicherheit für Schweizer Firmen bleibt bestehen
Der US Supreme Court hat die von US-Präsident Trump verhängten IEEPA-Strafzölle für rechtswidrig erklärt. Die US-Administration reagiert mit einem neuen globalen Zoll von 10 Prozent ab 24. Februar auf einer anderen gesetzlichen Grundlage und prüft mögliche weitere Zollmassnahmen. Für die Schweiz soll der Zollsatz somit von 15 auf 10 Prozent sinken. Die Unsicherheit für Schweizer Firmen bleibt jedoch bestehen. economiesuisse unterstützt weiterhin ein rechtlich verbindliches Handelsabkommen mit den USA. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Einschätzung.
07.02.2026
USA und Indien vereinbaren Eckpunkte für ein Handelsabkommen
Gemäss einer Erklärung von US-Präsident Trump haben die USA und Indien die Eckpunkte für ein Handelsabkommen vereinbart. Demnach senken die USA ihre Zölle auf indische Importe auf 18 Prozent, während Indien im Gegenzug binnen fünf Jahren US-Waren im Wert von USD 500 Mrd. kaufen und Zölle auf viele US-Produkte abbauen will. Die USA haben zudem einen 25-Prozent-Strafzoll aufgehoben, nachdem Indien zugesagt hatte, kein russisches Öl mehr zu importieren.
15.01.2026
USA erheben Zölle von 25 Prozent auf gewisse Halbleiter
Die USA erheben ab sofort Zölle von 25 Prozent auf die Einfuhr bestimmter fortschrittlicher Halbleiter, darunter KI-Chips wie die H200 von Nvidia. Dies gab US-Präsident Trump in einer Erklärung bekannt. Dem Entscheid ging eine neunmonatige Untersuchung gemäss Section 232 des Trade Expansion Acts voraus. Die Zölle betreffen eine klar begrenzte Kategorie von Halbleitern – ausgenommen sind Importe, die dem Aufbau der US-amerikanischen Technologie- und Lieferkette dienen. Trump wies Handelsminister Lutnick an, Verhandlungen über Importe aufzunehmen und innerhalb von 90 Tagen Bericht zu erstatten. In der Folge könnten weitere Zölle verhängt werden.
14.01.2026
Bundesrat verabschiedet Verhandlungsmandat
Der Bundesrat hat das definitive Verhandlungsmandat für ein Handelsabkommen mit den USA verabschiedet. Dieses wurde vorgängig mit den aussenpolitischen Kommissionen sowie mit den Kantonen konsultiert. Damit ist nun eine raschen Aufnahme der Verhandlungen möglich. Primäres Ziel ist es, die am 14. November 2025 zwischen der Schweiz und den USA beschlossene Absichtserklärung in ein rechtsverbindliches Abkommen zu überführen.
18.12.2025
USTR bestätigt Zollsenkungen für Schweizer Importe
Das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) hat in einer Notiz im Federal Register die im Rahmen des Joint Statements mit der Schweiz vereinbarte - und rückwirkend auf den 14. November 2025 gültige - Zollsenkung bestätigt. Die Notiz wird im Verlaufe des Tages in Kraft treten.
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