

Auf einen Blick
- Schweizer Exporte tauchen auf das tiefste Niveau seit dem dritten Quartal 2021.
- Unter den wichtigsten Exportmärkten verzeichneten lediglich die Exporte nach Europa ein Wachstum.
- Die Schweiz muss ihre Handelsbeziehungen stabilisieren, diversifizieren und innenpolitisch ihre Hausaufgaben machen.
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hat anfangs Woche die Quartalszahlen zum schweizerischen Aussenhandel publiziert. Diese sehen alles andere als rosig aus: Die Schweizer Exporte setzen ihren Negativtrend fort und sanken gegenüber dem Schlussquartal 2025 um 4,2 Prozent. Damit erreichten sie den tiefsten Wert seit dem dritten Quartal 2021. Zudem gaben auch die Importe nach.
Der Exportrückgang im ersten Quartal 2026 betraf acht der zehn wichtigsten Warengruppen, darunter insbesondere die chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse. Einzig die Uhren- und Fahrzeugexporte vermochten im ersten Quartal positive Akzente zu setzen.
Schweizer Exporte in die EU sind gewachsen
Geografisch verlief die Entwicklung gegenüber dem Vorquartal uneinheitlich. Als einzige der grossen Absatzregionen wuchsen die Ausfuhren nach Europa (+3,8 Prozent), wobei Belgien, Italien, Frankreich und Slowenien kumuliert 1,3 Milliarden Franken dazu beitrugen. Demgegenüber gingen die Lieferungen nach Deutschland um 662 Millionen Franken zurück.
Die Exporte in die USA brachen um 15,6 Prozent ein. Die Ausfuhren dorthin fielen mit 9,8 Milliarden Franken auf den niedrigsten Stand seit dem Schlussquartal 2020. Auch Asien (–5,2 Prozent) musste eine Einbusse hinnehmen. Das Minus dort war primär auf rückläufige Lieferungen nach China (–9,8 Prozent), Japan (–5,9 Prozent) sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate (–8,4 Prozent) zurückzuführen.
Schweiz muss Handelsbeziehungen stabilisieren und diversifizieren
Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Die Schweiz muss die Beziehungen zu ihren wichtigsten Handelspartnern sichern und weiterentwickeln. Genau deshalb sind sowohl das neue Vertragspaket mit der EU (Bilaterale III) als auch ein rechtlich verbindliches Handelsabkommen mit den USA für die Schweizer Wirtschaft zentral.
Darüber hinaus muss die Schweiz ihre Handelsbeziehungen weiter diversifizieren. Deshalb fordert economiesuisse vom Parlament, die ausgehandelten Freihandelsabkommen mit dem Mercosur und Malaysia baldmöglichst zu genehmigen. Zudem sind für die Schweizer Exportwirtschaft ein baldiger Abschluss des Freihandelsabkommens mit Vietnam, die Modernisierung des Abkommens mit Grossbritannien und eine Optimierung des Abkommens mit China zentral.
Jetzt sind attraktive innenpolitische Rahmenbedingungen umso wichtiger
Gerät der Schweizer Exportmotor ins Stottern, spüren das bald auch die Menschen im Land. Schliesslich verdient die Schweiz zwei von fünf Franken im Handel mit dem Ausland. Angesichts der zunehmenden globalen Unsicherheit und der Frankenstärke müssen jetzt dringend die richtigen Stellschrauben gedreht werden. Neben einem möglichst hindernisfreien Zugang zu den wichtigsten Märkten sind attraktive Rahmenbedingungen im Inland unerlässlich.
In Zeiten zunehmenden Drucks auf die Exportwirtschaft gewinnen gute innenpolitische Rahmenbedingungen zusätzlich an Bedeutung. Der Handlungsbedarf ist gross: von der Verbesserung der Versorgungssicherheit mit Energie über den Verzicht auf international nicht abgestimmte, standortschädigende Regulierung (z.B. überschiessender Gegenvorschlag des Bundesrats zur Konzernverantwortungsinitiative, Finanzplatz- oder Digitalregulierung) bis zur Reduktion übermässiger staatlicher Belastungen (Bürokratie-, Steuer- und Gebührenlast). All diese Herausforderungen müssen nun konsequent angegangen werden. Zum Wohle des Standorts Schweiz.
Dossierpolitik
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