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Mexiko: Neue Perspektiven für eine starke Partnerschaft

09.07.2026

Auf einen Blick

  • An der Wirtschaftsmission von Bundespräsident Guy Parmelin nach Mexiko nahm auch eine hochrangige Schweizer Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von economiesuisse teil.
  • Mexiko ist der zweitgrösste Wirtschaftspartner der Schweiz in Lateinamerika und für viele Schweizer Unternehmen ein wichtiges Sprungbrett für Exporte in die Region und in die USA.
  • Eine Modernisierung des seit 2001 bestehenden Freihandelsabkommens würde Handelshemmnisse abbauen, den Handel weiter diversifizieren und neue Chancen für die Schweizer Wirtschaft schaffen.

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Am 7. und 8. Juli 2026 nahm eine Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von economiesuisse an einer von Bundespräsident Guy Parmelin geführten Wirtschaftsmission nach Mexiko teil. Neben dem Treffen mit der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum sowie weiteren Regierungsvertretern standen auch Unternehmensbesuche und Gespräche mit mexikanischen Wirtschaftsvertretern auf dem Programm. Die Mission bot einen vertieften Einblick in die aktuellen Herausforderungen Mexikos und zeigte konkrete Chancen auf, die wirtschaftliche Partnerschaft mit der Schweiz weiter zu stärken.

Starke Schweizer Präsenz in einem Markt mit Potenzial

Mit einem Binnenmarkt von 130 Millionen Einwohnern, einer jungen Bevölkerung und gut qualifizierten Arbeitskräften insbesondere im technischen Bereich hat sich Mexiko in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Investitionsstandort entwickelt. Auch für zahlreiche Schweizer Firmen bot das Land im Rahmen des Abkommens mit den USA und Kanada (USMCA) interessante Expansionsmöglichkeiten. Die Schweiz avancierte in der Folge zur sechsgrössten ausländischen Investorin in Mexiko. Mit über 400 Unternehmen und mehr als 55'000 direkten Arbeitsplätzen ist sie lokal stark verankert und als Innovationspartnerin geschätzt. Schweizer Firmen sind insbesondere in der verarbeitenden Industrie sowie in den Bereichen Lebensmittel, Chemie und Pharma, Rohstoffförderung, Maschinenbau, Uhren, Logistik, Finanzdienstleistungen und Agribusiness tätig.

Trotz eines derzeit gedämpften Wachstumsumfelds bleibt Mexiko ein attraktiver Standort. Dafür sprechen die solide makroökonomische Stabilität, die sinkende Inflation sowie die ehrgeizigen Entwicklungspläne der Regierung. Für Schweizer Unternehmen bleibt Mexiko damit ein anspruchsvoller, aber interessanter Markt. Voraussetzung für die Ausschöpfung des Wachstumspotenzials sind jedoch stabile Rahmenbedingungen, verlässliche Institutionen und Reformen, welche Investitionen fördern, Produktivität steigern und die Rechtssicherheit stärken.

Neue Herausforderungen im aktuellen geopolitischen Umfeld

Mexiko profitierte in den vergangenen Jahren stark vom Trend zur Verlagerung von Produktions- und Lieferketten in geografische Nähe wichtiger Absatzmärkte (Nearshoring). Vor dem Hintergrund der globalen Lieferkettenstörungen während der Pandemie und dank des Abkommens mit den USA und Kanada (USMCA) entwickelte sich das Land zu einem attraktiven Produktions- und Exportstandort für viele international tätige Unternehmen. Auch Schweizer Firmen nutzen diese Entwicklung, um ihre regionalen Wertschöpfungsketten zu stärken und ihre Präsenz in Nordamerika auszubauen.

Inzwischen hat sich das Umfeld jedoch verändert. Die US-Zollpolitik, die laufende Überprüfung des USMCA und die zunehmende geopolitische Fragmentierung erhöhen die Planungsunsicherheit. Für Unternehmen genügt es daher nicht mehr, Mexiko allein als Nearshoring-Standort zu betrachten. Umso wichtiger werden ein gesicherter Marktzugang, regulatorische Stabilität sowie verlässliche und langfristig planbare Investitionsbedingungen.

Eine Modernisierung des Freihandelsabkommens drängt sich auf

Für die Schweizer Wirtschaft ist Mexiko ein strategisch wichtiger Partner in der Region. Um das bestehende Potenzial besser zu nutzen, ist eine Modernisierung des seit 2001 geltenden Freihandelsabkommens deshalb zentral. Ein aktualisiertes Abkommen könnte effizientere und digitale Zollverfahren ermöglichen, zeitgemässe Ursprungsregeln schaffen, technische Handelshemmnisse abbauen und die gegenseitige Anerkennung von Standards und Zertifizierungen verbessern. Ebenso wichtig sind verlässlichere Rahmenbedingungen für Investitionen, ein besserer Schutz des geistigen Eigentums sowie moderne Regelungen für den Dienstleistungssektor und den digitalen Handel.

In den Gesprächen wurde deutlich, dass Mexiko seine Wirtschaftsbeziehungen breiter aufstellen und das Handelsabkommen modernisieren möchte. Für die Schweiz ist es nun entscheidend, dieses Momentum zu nutzen und die Verhandlungen für ein wettbewerbsfähiges Abkommen zügig voranzutreiben.

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