

Mercosur: Nationalrat verzögert Inkrafttreten – fatales Zeichen für den Wirtschaftsstandort
18.06.2026
Auf einen Blick
- Die Ablehnung des Mercosur-Abkommens durch den Nationalrat verzögert dessen Inkrafttreten unnötig.
- Er verlängert die Diskriminierung gegenüber den EU-Konkurrenten.
- In einem zunehmend protektionistischen Umfeld sendet der Entscheid ein fatales Signal für den Wirtschaftsstandort Schweiz, das vom Ständerat nun zwingend korrigiert werden muss.
economiesuisse bedauert die Ablehnung des Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten durch den Nationalrat. Der Entscheid verzögert die Inkraftsetzung eines für die Schweizer Exportwirtschaft zentralen Abkommens unnötig. Damit drohen direkte Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft und die Reputation der Schweiz als Handelspartnerin.
Verzögerung führt zu Wettbewerbsnachteil gegenüber EU
Die Schweiz ist dringend auf einen gleichwertigen Marktzugang angewiesen. Hiesige Exportunternehmen stehen in den Mercosur-Märkten in direkter Konkurrenz zu Anbietern aus der EU – insbesondere in der Pharmaindustrie, im Maschinenbau, bei Präzisionsinstrumenten, chemischen Produkten, Uhren sowie in der Lebensmittelbranche. Da Unternehmen aus der EU bereits seit dem 1. Mai von Zollerleichterungen profitieren, geraten Schweizer Unternehmen preislich und strategisch unter Druck.
Die Verzögerung infolge des Entscheids des Nationalrats verschärft die Wettbewerbsnachteile zusätzlich. Für ein exportorientiertes Land wie die Schweiz ist dies ein klarer Standortnachteil.
Umwelt und soziale Nachhaltigkeit gut verankert
Einziger Lichtblick der nationalrätlichen Debatte ist die Ablehnung einer Übernahme der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Die EUDR ist komplex, administrativ belastend und selbst in der EU bezüglich Wirkung und Praktikabilität umstritten. Die Behauptung, das Abkommen biete keinen ausreichenden Schutz vor möglichen negativen Umwelt- und Sozialauswirkungen, greift zu kurz: Die entsprechenden Bestimmungen sind verbindlich formuliert und ermöglichen eine rasche Reaktion auf negative Entwicklungen.
Fatales Signal in unsicheren Zeiten
Gerade in einer Zeit geopolitischer Spannungen, zunehmenden Protektionismus und fragiler Lieferketten sendet dieser Entscheid ein fatales Signal. Die Schweizer Wirtschaft ist auf offene Märkte, Diversifizierung und internationale Zusammenarbeit angewiesen.
Das Mercosur-Abkommen stärkt die wirtschaftliche Resilienz und sichert den Zugang zu einem strategisch wichtigen Wachstumsmarkt mit über 270 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten. Eine rasche Umsetzung liegt deshalb im klaren Interesse der Schweiz.
economiesuisse setzt sich weiterhin für ein zügiges Inkrafttreten des Abkommens ein. Es liegt nun am Ständerat, diesbezüglich rasch eine Korrektur zu erwirken.
Was bringt das EFTA-Mercosur-Abkommen?
- Die Exportnation Schweiz erhält einen besseren Zugang zum südamerikanischen Markt mit grossem Wachstumspotenzial.
- Das Abkommen fördert die Diversifizierung der Schweizer Handelsbeziehungen in einem geopolitisch unsicheren Umfeld
- Hohe Zölle werden weitgehend abgeschafft und Wettbewerbsnachteile gegenüber Konkurrenten aus der EU und weiteren Märkten eliminiert.
- Rechtssicherheit, Investitionsbedingungen und der Schutz geistigen Eigentums werden verbessert.
- Das Abkommen verankert Nachhaltigkeit rechtsverbindlich mit klaren Verpflichtungen zu Klima-, Wald-, Meeres- und Biodiversitätsschutz sowie zu Arbeitnehmerrechten.
Mehr Informationen finden Sie in unserem dossierpolitik.
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