Europapolitik
Bilaterale III: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in unsicheren Zeiten
13.03.2026
Auf einen Blick
- Aus Sicht der Schweizer Wirtschaft ist es zentral, dass der bilaterale Weg mit der Europäischen Union (EU) stabilisiert und fortgesetzt werden kann.
- economiesuisse unterstützt das Paket der Bilateralen III und wird sich konstruktiv in den parlamentarischen Prozess einbringen. Es braucht eine schlanke und unternehmensfreundliche Umsetzung in der Schweizer Gesetzgebung.
- Eine Isolation der Schweiz ist für die Wirtschaft keine Option. Sie wäre wirtschafts- und sicherheitspolitisch unverantwortlich.
Der Bundesrat hat heute die Botschaft zum dritten bilateralen Vertragspaket mit der EU verabschiedet und damit den parlamentarischen Prozess eröffnet. Mit den Bilateralen III sollen die bilateralen Beziehungen zur wichtigsten Handelspartnerin der Schweiz stabilisiert und gezielt weiterentwickelt werden.
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in unsicheren Zeiten
Der bilaterale Weg hat sich für die Schweiz als massgeschneiderte Lösung erwiesen. Mit den Bilateralen III bietet sich die Chance, diesen erfolgreichen Ansatz zu sichern und weiterzuführen. Gerade angesichts geopolitischer Unsicherheiten sind stabile und verlässliche Beziehungen zur EU für die Exportnation Schweiz von zentraler Bedeutung. In einer Phase, in der das regelbasierte Handelssystem zunehmend unter Druck gerät, sind gesicherte Marktzugänge und klare Rahmenbedingungen entscheidend für Investitionen, Innovation und Beschäftigung. Es gibt keine gleichwertigen Alternativen zum bilateralen Weg und zu seiner Fortführung mit den Bilateralen III. Eine Abkehr davon würde die Schweiz wirtschaftlich deutlich schwächen.
Wirtschaft unterstützt Bilaterale III klar – Ein Alleingang der Schweiz ist keine Option
economiesuisse hat sich in der Vernehmlassung deutlich für die Bilateralen III ausgesprochen. Die Vorteile überwiegen aus Sicht der Wirtschaft klar. Mit dem neuen Vertragspaket kann der optimale Zugang der Schweiz zum EU-Binnenmarkt langfristig gesichert werden. Die Aktualisierung der bestehenden Binnenmarktabkommen sorgt für Rechtssicherheit und stabile Rahmenbedingungen – ein entscheidender Faktor für international tätige Unternehmen und exportorientierte KMU in der Schweiz. Ebenso wichtig sind die vorgesehenen Kooperationsprogramme in strategischen Zukunftsbereichen. Insbesondere die Assoziierung an das europäische Forschungsprogramm Horizon Europe stärkt die Innovationsfähigkeit des Standorts Schweiz, erleichtert den Zugang zu Spitzenforschung und fördert die internationale Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Das Stromabkommen ist ein wichtiger Baustein für eine sichere, saubere und günstige Energieversorgung. Die freie Versorgerwahl und die Sicherung des Stromhandels mit Europa sind ein Mehrwert für unsere Bevölkerung und unsere Unternehmen. Insgesamt leisten diese Elemente einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Standortattraktivität der Schweiz.
Klar ist: Eine Isolation ist für die Schweiz und ihre starke Exportwirtschaft keine Option. Sie wäre wirtschafts-, gesellschafts- und sicherheitspolitisch falsch. Es ist entscheidend, dass die Schweiz auch in Zukunft auf Offenheit und ein partnerschaftliches Verhältnis zu den europäischen Nachbarn setzt. Mit den Bilateralen III legt die Schweiz den Grundstein für verlässliche Beziehungen zur mit Abstand wichtigsten Handelspartnerin, der EU.
Schlanke und unternehmensfreundliche Umsetzung zentral
economiesuisse wird die publizierte Botschaft im Detail analysieren und sich konstruktiv im parlamentarischen Prozess einbringen. Entscheidend ist dabei eine schlanke und unternehmensfreundliche Umsetzung in der Schweizer Gesetzgebung, die Rechtssicherheit gewährleistet und zusätzliche bürokratische Belastungen vermeidet. Eine finale Beurteilung des Gesamtpakets sowie die entsprechende Parolenfassung erfolgen nach Abschluss der parlamentarischen Beratung.

