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News-Ticker: US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium

Seit dem 23. März 2018 sind die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium Tatsache. Das könnte auch für Schweizer Exporte, Unternehmen und Direktinvestitionen Folgen haben. Wie genau? Das zeigen wir Ihnen hier auf. Wir informieren regelmässig über aktuelle Entwicklungen und deren wirtschaftlichen Konsequenzen für die Schweiz.

Update vom 15. JUNI: WEITERE ESKALATION DER US-STRAFZÖLLE

Die US-Regierung hat heute eine Liste mit 1102 Produkten aus China veröffentlicht, die mit einem 25 prozentigen Strafzoll belegt werden. Die Produkte entsprechen einem Handelsvolumen von rund 50 Milliarden US-Dollar und umfassen Telekommunikation, Flugzeugbau, Fahrzeuge oder auch Roboter und Maschinen. Potenziell sind von dieser Massnahme auch Produkte von Schweizer Unternehmen betroffen, die in China für den US-Markt hergestellt werden. China hat umgehend Gegenmassnahmen angekündigt.

Das von den jüngsten US-Strafzöllen betroffene Handelsvolumen ist wesentlich grösser bei den Stahlprodukten.


Update vom 11. JUNI: WEITERE ESKALATIONSRUNDE NACH G-7-DEBAKEL WAHRSCHEINLICHER

Seit letzten Samstag ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und ihrer Handelspartner nochmals angestiegen. Präsident Trump hatte seine Unterstützung der Abschlusserklärung des G7-Treffens in Kanada im Nachhinein zurückgezogen. Das ist seit Gründung der G-7 im Jahr 1975 ein einmaliges Vorkommnis. Trump drohte zudem mit einem Handelskrieg, falls andere Nationen Gegenmassnahmen als Reaktion auf die US-Schutzzölle einführen sollten. Unterdessen haben Kanada und Deutschland ihre bereits angekündigten Gegenmassnahmen per 1. Juli nochmals bestätigt für den Fall, dass die US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium nicht ausgesetzt werden. Die USA haben ihrerseits gegen diese Massnahmen Zölle auf Automobile und Komponenten angekündigt. Insgesamt sind somit in den letzten 48 Stunden die handelspolitischen Unsicherheiten für Exporteure der betroffenen Branchen weiter gestiegen.


Update vom 8. JUNI: EU REAGIERT MIT STRAFZÖLLEN, USA NIMMT AUTOMOBILSEKTOR INS VISIER

Die Gegenmassnahmen der EU auf die US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte konkretisieren sich: Nebst einer WTO-Klage hat Brüssel auch die Einführung von Strafzöllen auf eine Vielzahl von US-Exportprodukten per 1. Juli beschlossen. Gesamthaft sind US-Exporte im Wert von 2,4 Milliarden Euro betroffen. Das US-Handelsministerium hat derweil eine weitere Eskalationsstufe im Handelsstreit gezündet und ein Konsultationsverfahren zu Strafzöllen auf Automobile und Zubehörteile eröffnet. Mit den jüngsten Entwicklungen ist auch für die Schweiz das Schadenspotenzial für die Exportwirtschaft weiter angestiegen. Allein die Exporte Schweizer Zulieferer in die amerikanische Automobilindustrie belaufen sich aktuell auf rund 300 Millionen Franken.

Konsultation des US-Handelsministeriums

Produkteliste der EU-Strafzölle


Update vom 1. JUNI: Gefährliche Eskalation im Handelsstreit um Stahl und Aluminium

Unmittelbar nach der Entscheidung von US-Präsident Trump, die Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU, Kanada und Mexiko nun doch mit Strafzöllen zu belegen, haben nun die betroffenen Länder Gegenmassnahmen angekündigt. Damit ist der Handelsstreit stark eskaliert. Je nach Entwicklung in den kommenden Tagen können auch weitere Güter von Gegenmassnahmen erfasst werden. Für die Schweizer Wirtschaft ist das eine schlechte Entwicklung, da sie in vielen Wertschöpfungsketten integriert ist. Zudem ist mit einer nachlassenden Dynamik der Weltkonjunktur zu rechnen, wenn der Protektionismus nicht gestoppt werden kann.


Update vom 30. MAI: Handelsstreit zwischen USA-China – trotz laufenden Verhandlungen

Nachdem noch vor zehn Tagen die USA und China Lösungen im Handelsstreit verkündeten, sieht diese Woche wieder alles anders aus: Gemäss Angaben von US-Regierungsvertreter planen die USA nun Zollmassnahmen gegenüber Produkten aus China. Das potenziell betroffene Handelsvolumen beträgt rund 50 Milliarden US-Dollar. Auch werden Restriktionen bei Investitionen in kritische Technologien erwogen. China’s Reaktion folgte prompt. Das Land sei in der Lage und habe die Erfahrungen um allenfalls mit Gegenmassnahmen zu antworten, falls die USA zur Tat schreiten würden. Der Handelsstreit zwischen den führenden Wirtschaftsnationen geht somit in die nächste Runde und das Risiko eines eskalierenden Handelskonflikts bleibt auf der internationalen Agenda.


Update vom 25. MAI: US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium stören nun auch den innereuropäischen Handel

Die US-Regierung hat noch nicht auf das Schweizer Begehren einer Ausnahme von den Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte reagiert. Auch US-Unternehmen haben Ausnahmen für ihre Schweizer Lieferanten beantragt. Da insgesamt über 8’000 solcher Anträge von US-Firmen eingegangen sind, ist trotz Aufstockung der Sachbearbeiter mit einem weiterhin langwierigen Verwaltungsprozess zu rechnen. Präsident Trump hat zudem jüngst das Handelsministerium beauftragt, eine Erhöhung der Importzölle auf Automobile auf bis zu 25 Prozent zu prüfen.

Im Stahlbereich prüft auch die EU die Einführung von Schutzzöllen oder Kontingenten. Bereits eingeführt hat sie Überwachungsmassnahmen gegen Stahl- und Aluminiumimporte, welche die Schweizer Exporte direkt betreffen. Das führt zu administrativer Mehrbelastung der Unternehmen – auch, weil jedes Land ein eigenes Verfahren kennt: Während in Deutschland oder Italien die Formalitäten elektronisch abgewickelt werden können, erfolgen diese in Frankreich in Papierform. Die Auswirkungen sind unterschiedlich. EU- und Schweizer Firmen berichten von Verzögerungen bis hin zu Unterbrüchen bei den Lieferungen.

Angesichts der engen Verzahnung der industriellen Lieferketten arbeiten die Schweiz und die EU-Behörden an Verbesserungen. Auch die Wirtschaft ist aktiv. Sogar deutsche Wirtschaftsverbände setzen sich für die Schweiz ein betreffend die Massnahmen, die die EU untersuchen lässt oder bereits eingeführt hat.


Update vom 2. Mai: EU bis Juni weiterhin von Strafzöllen ausgenommen – Antwort an die Schweiz noch ausstehend

Die EU erhält weiterhin eine Aussetzung der US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumexporte bis Juni 2018. Ganz im Gegensatz zur Schweiz: Der Schweizer Antrag auf Aussetzung wurde offensichtlich noch nicht beantwortet. Dies hat zur Folge, dass die Schweizer Stahl- und Aluminiumexporte in die USA weiterhin mit Strafzöllen in der Höhe von zehn respektive 25 Prozent belegt werden. Angesichts des kleinen Schweizer Exportvolumens in der Höhe von jährlich 87 Millionen Franken (2017) gibt es keinen Grund für diese Strafzölle. Weder ist die Nationale Sicherheit der USA tangiert, noch die Zukunft der US-Stahl- und Aluminiumproduzenten betroffen. Hingegen werden die Kunden von Schweizer Stahl- und Aluminiumprodukten Nachteile haben.


Update vom 30. April: Strafzölle für die Schweiz per 1. Mai in Kraft

Die Schweiz hat auf Ministerebene, wie auch über alle Kanäle der Wirtschaftsdiplomatie bei den USA eine Aussetzung der US-Strafzölle auf Schweizer Stahl- und Aluminiumimporte verlangt. Bisher ist offensichtlich keine offizielle Antwort aus Washington eingetroffen. Es ist daher davon auszugehen, dass die USA die Zölle per 1. Mai weiter anwenden werden. Was das für Folgen für die Schweizer Wirtschaft hat, erklärt Jan Atteslander im Video.

 


Update vom 5. April: China reagiert umgehend und im selben Ausmass wie die USA

China kündigte gestern Nachmittag an, weitere, nun für die USA auch sehr wichtige Exportprodukte mit Strafzöllen zu belegen. Dazu gehören Sojabohnen, Rindfleisch, Autos und Produkte der Chemie- und Flugzeugindustrie. Gesamthaft sind damit Produkte mit einem Handelswert von 50 Milliarden US-Dollar betroffen. Die Strafzölle in der Höhe von 25 Prozent entsprechen jenen, welche die USA tags zuvor angekündigt hat.

Obwohl die Strafzölle auf US- beziehungsweise chinesische Produkte zielen, sind auch Auswirkungen auf die Schweiz zu befürchten. Hiesige Unternehmen sind stark in internationale Wertschöpfungsketten integriert und sind auch vor Ort in den USA und in China präsent. Auch von allfälligen Massnahmen seitens der EU als Reaktion auf die Strafzölle der USA und Chinas könnten Schweizer Betriebe negativ betroffen sein. Eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den beiden wirtschaftlichen Grossmächten ist zurzeit nicht absehbar. Allerdings zeigen sich beide Parteien derzeit offen für Verhandlungen.

Liste der betroffenen Produkte


Update vom 4. April: USA veröffentlicht Liste für Strafzölle auf weitere chinesische Produkte

Nach Stahl und Aluminium wollen die USA weitere Produkte – nun explizit aus China – mit Strafzöllen belegen. Das Büro des US-Handelsbeauftragten veröffentlichte gestern eine entsprechende Liste. Sie sieht zusätzliche Importzölle von 25 Prozent insbesondere auf jene Produkte vor, die China im Rahmen der «Made in China 2025»-Strategie fördert. Dazu zählen etwa Elektronikprodukte, Flugzeugteile, Medikamente und Maschinen. Interessierte Personen können zu den vorgesehenen Massnahmen bis am 11. Mai Stellung beziehen. Am 15. Mai wird bei der US-Kommission für internationalen Handel eine öffentliche Anhörung durchgeführt. Eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen China und den USA hätte auch für die Schweizer Exportwirtschaft und für Schweizer Direktinvestitionen negative Konsequenzen.

Statement des US-Handelsministeriums

Liste der betroffenen Produkte


Update vom 3. April: Chinesische Gegenmassnahmen sind nun Tatsache

Seit Montag, 2. April, sind 128 amerikanische Produkte mit Strafzöllen in der Höhe von 15 bis 25 Prozent belegt. Die vom chinesischen Finanzministerium veröffentlichte Liste umfasst US-Güter mit einem Importvolumen von 3 Milliarden US-Dollar. Sie schliesst vorerst wichtige US-Exportprodukte wie Flugzeuge oder Sojabohnen aus.

Auch die EU überlegt sich, mit Verweis auf globale Überkapazitäten Zölle und Einfuhrkontingente auf bestimmte Stahlprodukte einzuführen und hat hierzu auch Hersteller und Verbände aus Drittstaaten zur Stellungnahme eingeladen. economiesuisse macht diesbezüglich eine Umfrage bei ihren Mitgliedern.

Tarifnummern der betroffenen US-Güter nach China – Beschreibung in Chinesisch

Mitteilung der Europäischen Kommission


Update vom 23. März: Keine Ausnahme für Schweizer Exporteure – vorerst

Laut Angaben der Behörden in den USA und in der Schweiz werden ab heute Schweizer Exporte von Stahl und Aluminium mit Strafzöllen in der Höhe von 25 respektive zehn Prozent belegt. Davon ist ein Exportvolumen von insgesamt 87 Millionen Franken (2017) betroffen. Erfahren Sie mehr dazu im Video.


Update vom 23. März: Handelskonflikt zwischen den USA und China zeichnet sich ab

Zwischen den USA und China kommt es zu einer Eskalation des Handelskonflikts. Während die USA Massnahmen gegen chinesische Stahl- und Hightech-Importe angekündigt haben, hat China Gegenmassnahmen bei Agrarimporten aus den USA in Aussicht gestellt. Es dürften chinesische Exporte in der Höhe von 60 Milliarden US-Dollar betroffen sein.


Update vom 22. März: EU vorläufig von den Strafzöllen ausgenommen

US-Handelsbeauftragter Robert Lighthizer hat heute bekanntgegeben, dass die EU von den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium vorläufig ausgenommen wird. Die Einigung zwischen den USA und der EU begann sich gestern im Verlaufe der intensiven Verhandlungen abzuzeichnen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch Schweizer Exporte von den Strafzöllen ausgenommen werden.


Update vom 21. März: US-Behörden publizieren Verfahren zur Beantragung von Ausnahmen

Die US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte wirken sich möglicherweise auch auf Schweizer Unternehmen aus. Dabei geht es um vergleichsweise kleinere Mengen an Spezialprodukten. Betroffene Firmen können jedoch Ausnahmen beantragen. Das Verfahren für die Beantragung wurde diese Woche von den US-Behörden vorgestellt:

Mitteilung des U.S. Department of Commerce zu Stahl

Mitteilung des U.S. Department of Commerce zu Aluminium

Weitere Informationen vom SECO


Update vom 9. März: US-Präsident hat Erlass zur Einführung von Strafzöllen unterschrieben

Nun ist es klar, US-Päsident Donald Trump hat gestern den Erlass zur Einführung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium unterschrieben. Ab dem 23. März erheben die USA auf Stahl 25 Prozent, auf Aluminium 10 Prozent Importzölle. Was das für die Schweizer Exportwirtschaft bedeutet, erfahren Sie in diesem Artikel.


Kontaktpersonen:

Martin Naville, Swiss Amcham

Nicolas Stephan, Swissmem