Die Allgemeine Wirtschaftspolitik umfasst die Bereiche Geld- & Währungspolitik, Konjunktur & Wachstum, Informationsgesellschaft, KMU, Gesundheitspolitik, sowie Regional- und Agrarpolitik.
Während das Ziel der klassischen Konjunkturpolitik darin besteht, Schwankungen im Auslastungsgrad des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotenzials zu dämpfen, zielt die Wachstumspolitik auf eine nachhaltige Angebotsausweitung ab. Konjunkturschwankungen erscheinen somit als Wechsel im Verhältnis der Nachfrage zum Angebot. Daher taucht im Auf und Ab des Wirtschaftsprozesses regelmässig die Debatte über Angebots- versus Nachfrageorientierung auf. Ob die Wirtschaftspolitik angebots- oder nachfrageorientiert zu führen ist, hängt von der jeweiligen Konjunkturlage ab. Es ist zu untersuchen, wo die Ursachen einer wirtschaftlichen Störung liegen und wie die wirtschaftspolitischen Instrumente unter den jeweils gegebenen politökonomischen Bedingungen wirken. Angebots- und Nachfragepolitik liegen nicht prinzipiell im Widerstreit (Jürgen B. Donges).
Grundsätzlich sind in Rezessionsphasen, die durch mangelnde gesamtwirtschaftliche Nachfrage gekennzeichnet sind, die automatischen Stabilisatoren wirken zu lassen und das daraus resultierende Haushaltsdefizit zu akzeptieren. Eine weitergehende kurzfristige Nachfragestimulierung durch zusätzliche Staatsausgaben ist dagegen wegen der negativen längerfristigen Auswirkungen auf die Staatsverschuldung und inhärenter Umsetzungsproblemen abzulehnen. Auch aus wachstumspolitischer Sicht ist eine kurzfristige staatliche Ausgabenpolitik ein mehr als fragwürdiges Konzept.
Wirtschaftspolitik ist Ordnungspolitik
Ein stabiler Wachstumsprozess erfordert natürlich eine ausreichende gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Das ändert aber nichts daran, dass das Wachstum selbst von der Angebotsseite herrührt, und zwar über einen Anstieg des Arbeitskräftepotenzials, der Kapitalbildung und der Produktivität, die durch technischen Fortschritt und wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen beeinflusst wird. Damit rücken die Qualität der staatlichen Rahmenbedingungen (Steuern, Inflation, Ausbildung, Forschung, Regulierungsumfeld) und zahlreiche weiche Faktoren (Offenheit gegenüber neuen Technologien, Einstellung gegenüber Unternehmertum usw.) in den Vordergrund. Die Angebotspolitik ist somit auch unter konjunkturellen Aspekten stets in der Führungsrolle.
Für economiesuisse ist deshalb Wirtschaftspolitik in erster Linie Ordnungspolitik im Sinne der Festlegung eines freiheitlichen institutionellen Regelwerks und eines innovationsfreundlichen Anreizsystems für Haushalte und Unternehmen. Dabei muss sich die nationale Wirtschaftspolitik stets auch im internationalen Standortwettbewerb bewähren.