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Schlüsselqualität „Wettbewerbsfähigkeit“ am Beispiel Schweiz 
 
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12.05.2010 13:52 – Europa, Forschung
 
„Eu­ropäi­sche Wettbewerbsfähigkeit ver­bes­sern: sind mehr F&E und Innovati­on die Antwort?“ Dies war die Leitfra­ge am „Experts‘ Lunch“, den economie­suisse am 11. Mai zu­sammen mit SwissCore und der Schwei­zer Handels­kam­mer durch­führ­te.
 

 
V.l.n.r.: Mauro Dell'Ambrogio, Tonnie de Koster, Jennifer Blake, Klaus Müller.

In sei­ner Einführung führ­te der Schwei­zer Staats­sekretär für Bildung und For­schung, Mauro Dell’­Ambrogio, die im in­ternatio­na­len Ver­gleich gu­te Positi­on der Schweiz als Bildungs- und For­schungs­stand­ort un­ter an­de­rem dar­auf zu­rück, dass der Staat sei­ne Rolle vor al­lem dar­in se­he, für die For­schung und Ent­wicklung optimale Rah­men­be­ding­un­gen für die Privat­wirt­schaft als trei­ben­de Kraft zu schaf­fen. In der Schweiz kon­zen­trie­re sich die öff­entli­che Hand auf Grund­la­gen­for­schung und über­lasse die an­ge­wand­te For­schung und Ent­wicklung weit­gehend der bedarfs­orientier­ten Wirt­schaft. Er wies un­ter an­de­rem auf die wichtige Rolle der Privat­wirt­schaft bei der For­schungs­fi­nanzierung hin und un­ter­strich, dass auch ein de­zen­tral or­ganisiertes, föder­ales Bildungs­sys­tem gu­te Resul­tate erzie­len kann.

Der erste Spre­cher, Tonnie de Kos­ter vom Ge­ne­ralsekre­tari­at der Eu­ropäi­schen Kommissi­on, stellte in sei­nem Refe­rat die EU-2020-Stra­tegie vor. Mit die­ser Stra­tegie soll die eu­ropäi­sche Wirt­schaft in den nächs­ten zehn Jah­ren auf ein nach­haltiges, öko­logi­sches und „intelligentes“ Modell mit ho­her Wert­schöpfung aus­gerich­tet wer­den. Um ei­nen Miss­erfolg wie mit der Lis­s­a­bon-Stra­tegie zu vermei­den, sol­len für jeden Mit­glieds­staat ei­gene Ziele defi­niert wer­den, die die individuel­le Aus­gangsla­ge des Lan­des berücksichtigen. Mit diesem „individuel­len“ An­satz sol­len auch die Regierun­gen bes­ser in die Ver­antwor­tung genommen wer­den.

Dann erklär­te Jennifer Blake vom „World Economic Forum“, weshalb die Schweiz im „Global Competitiv­en­ess Report 2009-2010“ den ers­ten Platz belegt. Das Wettbewerbsfähigkeits-Kon­zept des WEF ruht auf zwölf „Säulen“. Vor al­lem in den Säulen „Infra­struktur“, „Gesundheit und Schulbildung“ und „Tech­no­logi­sche Be­reitschaft“ (die die Fähigkeit misst, neue Tech­no­logi­en anzuwen­den) rangiert die Schweiz weit oben. Für die Präsentati­on hatte Frau Blake, an­ders als im publizier­ten Report, die Wer­te der EU aggregiert, um sie mit der Schweiz und den USA zu ver­glei­chen. Was vor al­lem auf­fiel, wa­ren die gros­sen Un­ter­schiede inn­erhalb der EU, die ver­allgemeinern­de Aus­sa­gen erschwe­ren.

Zum Ab­schluss zeigte Klaus Mül­ler von F. Hoffmann-La Ro­che AG auf, wel­ches aus Sicht ei­nes Phar­ma­un­ternehmens die Schlüsselfak­to­ren für erfolg­rei­che Innovationen sind. In­ter­essant war vor al­lem, dass von sie­ben Fak­to­ren nur zwei vom Staat beeinflusst wer­den können. Nämlich „Exzel­lenz in der For­schung“ und „In­ternatio­nale Aus­rich­tung der Universitäten“. Herr Mül­ler wies dar­auf hin, dass kontrollier­te Risikobereitschaft, un­ter an­de­rem um den For­schern Freiräume zu gewäh­ren, sehr wichtig sei. Aus diesem Grund plädier­te er auch für ei­nen „bottom-up“-An­satz in der For­schungs­politik und bestätigte hie­r­in die Aus­sa­gen Dell‘Ambrogi­os über die Rolle des Staates.

Die Fra­gen aus dem Publikum dreh­ten sich an­schliessend um die Rolle des Staates (re­spektive der EU) im Be­reich der For­schung und der Innovati­on sowie um die Möglichkei­ten der For­schungs­förde­rung.