Die Leitlinien für Bildung und Forschung setzen für die Jahre 2008 bis 2011 drei Schwerpunkte:
- Mehr Wettbewerb zwischen den Hochschulen
Die kantonalen Träger der Hochschulen sollten sich auf die Eigentümerrolle beschränken. Angestrebt wird eine Entwicklung hin zu der auch in der Wirtschaft üblichen Dreiteilung «Eigentümer – strategische Führung – operative Führung». Die Hochschulen würden so über mehr Autonomie verfügen und könnten frei Professoren wählen, die Selektionskriterien für das Masterstudium festlegen oder Forschungskooperationen eingehen. Die Koordination zwischen den Hochschulen muss auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden.
- Stärkere Leistungsorientierung im Bildungswesen
Leistungsvergleiche in der obligatorischen Schulzeit und auf der Sekundarstufe II decken landesweit Leistungsunterschiede auf und fördern die Qualitätssteigerung. Leistungsabhängige Studiengebühren auf der Masterstufe belohnen erfolgreiche Studierende. Gleichzeitig sorgt eine leistungsorientierte Finanzierung der Hochschulen für einen sparsameren und gezielteren Umgang mit Steuergeldern. Diese Finanzierung wirkt als Anreiz, indem sie die Leistung und Qualität der Studierenden belohnt.
- Konzentration der Stärken in der Forschungs- und Innovationspolitik
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) fördern Forschung und Innovation am effizientesten, wenn Verwaltung und Politik möglichst wenig in die Themenfestlegung eingreifen. Nach dem Vorbild des SNF sollen auch die KTI und die übrigen Innovationsförderungsaktivitäten des Bundes in eine Stiftung überführt werden. Innovationen sind kaum planbar. Die öffentliche Hand soll sich auf die Unterstützung des Wissens- und Technologietransfers zwischen Hochschulen und Wirtschaft konzentrieren. Effizienter als eine direkte Innovationsförderung durch den Staat ist eine gute Standortpolitik. Dazu gehört der einfache Zugang zu ausländischem Humankapital, ein günstiges Steuer- und Stiftungsrecht, kostensparende Regulierungen, der freie Zugang zu Märkten mit einem hohen Innovationspotenzial und der Schutz der Immaterialgüterrechte.
Weitere Informationen:
Medienmitteilung "Für Höchstleistungen in Bildung und Forschung"
Medienmappe (enthält die Medienmitteilung, die Referate von A. Steiner, R. Minsch, K. Müller und W. Schaad sowie das Positionspapier)
economiesuisse-Positionspapier Leitlinien Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik