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15.03.2011
eHealth für konsumentenfreundliches Gesundheitswesen
Im Rah­men der Info­SocietyDays hat in Bern das eHealth Forum stattgefun­den. Die Kon­ferenz the­matisier­te die „Con­su­mer Driven Health Care“ (Pa­ti­en­ten­orientier­te Gesundheits­versorgung). Ein Gesundheits­sys­tem, das von den Bedürfnis­sen der Kon­sumen­ten und Pa­ti­en­ten angetrie­ben wird, wäre in der Tat wün­s­chenswert. Lei­der ent­wickelt sich das Schwei­zer Gesundheits­wesen eher in die ent­gegen­gesetzte Rich­tung, hin zu ei­nem vom Staat gelenk­ten und von Ein­zel­in­ter­es­sen domi­nier­ten Sys­tem. Mit der vermehr­ten Nutzung von elek­troni­schen Medi­en im Gesundheits­wesen könnte der Stel­lenwert der Pa­ti­en­ten ver­bes­sert wer­den.

Anhand der eHealth-In­strumente lässt sich gut beschrei­ben, wie ein kon­sumen­tenfreundli­ches Gesundheits­wesen aus­se­hen müsste. In ei­nem sol­chen Gesundheits­sys­tem hätte der Pa­ti­ent die In­formati­ons­ho­heit über sei­ne Gesundheits­da­ten. Doch wie soll­ten die In­strumente zur In­formati­ons­vermittlung beschaffen sein, damit dieses Ziel erreicht wird? Die elek­troni­sche Kommunikati­on sollte einfach sein. Sie sollte sich perso­nalisie­ren las­sen und dem Kon­sumen­ten grosse Wahlfreiheit zuge­stehen. Im Gesundheits­be­reich ist auch ein ho­hes Mass an Si­cherheit und Vertrau­en notwendig. Dies muss die elek­troni­sche In­formati­ons­vermittlung si­cher­stel­len. Mit­hilfe die­ser vier Eckpfeiler könnte man die In­formati­ons­tech­no­logi­en im Gesundheits­wesen fruchtbar ma­chen. Das Sys­tem würde trans­pa­ren­ter und die Präferen­zen der Pa­ti­en­ten könn­ten von den Leis­tungs­er­bringern bes­ser erkannt und befriedigt wer­den.

Lei­der sieht die Realität schlech­ter aus. Die elek­troni­sche Vernetzung steckt im Gesundheits­be­reich noch im­mer in den Kinder­schuhen. Die digi­tale Kommunikati­on findet wenn überhaupt abgekoppelt von den Pa­ti­en­ten statt. Den Versi­cher­ten wer­den die In­formationen über ihre Behandlung vor­enthal­ten oder im bes­ten Fall per Pa­pier­kopie übermit­telt. Die Selbstbe­stimmung und Ei­genver­antwor­tung des Pa­ti­en­ten wird dadurch erschwert.

Gesetz für elek­troni­sches Pa­ti­en­ten­dos­sier
Um diesen unbefriedigen­den Zu­stand zu ver­bes­sern, er­arbeitet der Bund momen­tan ein Gesetz für ein elek­troni­sches Pa­ti­en­ten­dos­sier. Dieses Gesetzgebungs­projekt wurde in ei­ner Sitzung am eHealth Forum vor­ge­stellt. Mit dem neuen Gesetz las­sen sich die Si­cherheit und das Vertrau­en in die elek­troni­schen Medi­en erhöhen. economie­suisse un­ter­stützt die Ver­bes­serung der rechtli­chen Grundla­gen im eHealth-Be­reich.

Damit die elek­troni­schen Medi­en aber vermehrt im Gesundheits­wesen Fuss fas­sen können, muss die elek­troni­sche Vernetzung al­len Akteu­ren ei­nen kla­ren Nut­zen bie­ten. Dazu ist es erforderlich, dass ei­ne Regulierung über Anreize al­len Akteu­ren Rech­nung trägt. Der Nut­zen von eHealth erhöht sich, wenn die Versorgung stärker inte­griert und ein Leis­tungs­wettbewerb in Gang ge­bracht wird. Ei­ne eHealth-Regulierung darf de­shalb nicht im luftlee­ren Raum ent­stehen, sondern ist auf die Re­formvorschläge im Gesundheits­wesen abzu­stimmen.

Mehr Informationen:
Stellungnahme economiesuisse zum Gesetzgebungsprojekt über ein elektronisches Patientendossier
Rückfragen zum Artikel
Dr. Fridolin Marty
Leiter Gesundheitspolitik
fridolin.marty@economiesuisse.ch
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