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27.06.2012
Voranschlag 2013 mit roten Zahlen
Der Bundeshaushalt 2013 wird zum ers­ten Mal seit sie­ben Jah­ren wieder ein Defizit auf­weisen. Mit ei­nem vor­aus­sichtli­chen Defizit von 400 Mil­lionen Franken liegt der Vor­anschlag zwar inn­erhalb der Vor­ga­ben der Schuldenbrem­se. Be­reits ab 2014 dro­hen jedoch bedeu­ten­de Engpässe – trotz wei­ter stei­gen­der Einnah­men. Für zusätzli­che Aus­ga­ben be­steht de­shalb kei­ner­lei Spielraum.

Das heu­te vom Bundesrat ver­ab­schiede­te Budget für das Jahr 2013 zeigt exemplarisch, wie die Schuldenbrem­se auf die Konjunktur rea­giert: Wäh­rend der Bundeshaushalt mit ei­nem Defizit von 400 Mil­lionen Franken ab­schliesst, lässt die Schuldenbrem­se sogar noch ein leicht höhe­res Defizit von 500 Mil­lionen Franken zu. Im Ergebnis resultiert ein (sogenannter «struktureller») Über­schuss von 100 Mil­lionen Franken. Die zuweilen von linker Seite vor­ge­brach­te Kri­tik, dass die Schuldenbrem­se zu we­nig auf die Konjunktur Rücksicht neh­me und Schwäc­hephasen und Krisen noch ver­schärfe, wird damit einmal mehr wider­legt. Vielmehr hat der Schuldenabbau der letz­ten Jah­re zu ei­nem Rückgang der Aus­ga­ben für Pas­sivzinsen von 4,0 auf 2,4 Mil­liar­den Franken geführt. Der dadurch ent­stan­dene Handlungs­spielraum ist indes­sen be­reits wieder vollständig für zusätzli­che Aus­ga­ben, Stabilisierungs­massnah­men in den Jah­ren 2009/2010 und Steu­er­re­formen auf­ge­braucht wor­den.

Anhal­ten­des Einnah­menwachs­tum trotz Steu­er­re­formen
Das Budget ent­hält weite­re in­ter­essante As­pekte. So wächst die Verrech­nungs­steuer auch nächstes Jahr wei­ter, und zwar um insge­s­amt fast 15 Pro­zent. Die von Kri­tikern der Un­ternehmens­steu­er­re­form II vor­ge­brach­ten «mas­siven Aus­fälle» (Stich­wort Kapi­tal­einla­ge­prinzip) fin­den in den Zah­len einmal mehr kei­nen Niederschlag. Dane­ben nehmen auch die Er­träge aus der Gewinn­steuer wei­ter deutlich zu. Zu­sammen mit der Mehr­wert­steuer sind die­se bei­den Steuern die einzigen Treiber des insge­s­amt modera­ten Einnah­menwachstums.

Dro­hen­des Ent­las­tungs­programm
Wäh­rend der Bundeshaushalt 2013 im Rah­men der Schuldenbrem­se liegt, zeichnen sich ab 2014 Engpässe ab. Der Bundesrat will dar­um bis En­de Jahr ein Massnah­men­programm ver­ab­schieden. Das Parla­ment kann heu­te schon Ge­gen­steuer ge­ben. Es beschliesst dieses Jahr über vier wichtige Rah­menkredi­te in den Be­rei­chen Bildung und For­schung, Ent­wicklungs­zu­sammenarbeit, Land­wirt­schaft und Bahninfra­struktur, die den Bundeshalt in den nächs­ten Jah­ren massgeblich prägen. Insbesonde­re bei der Ent­wicklungs­zu­sammenarbeit ist ein aus­ser­gewöhnlich ho­hes jährli­ches Aus­gabenwachs­tum von über acht Pro­zent geplant. Be­reits ein etwas modera­te­res Aus­gabenwachs­tum würde den Bundeshaushalt spürbar ent­las­ten. Hält sich das Parla­ment bei diesen Rah­menkredi­ten nicht an die Vor­ga­ben des Bundesra­ts, droht ein einschnei­den­des Ent­las­tungs­programm.

Rückfragen zum Artikel
Dr. Frank Marty
Mitglied der Geschäftsleitung
frank.marty@economiesuisse.ch
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