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Verband der Schweizer Unternehmen
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09.10.2012
Indien: Besserer Marktzugang für Schweizer Unternehmen
An der Sitzung der gemisch­ten Wirt­schafts­kommissi­on Schweiz-Indi­en wur­den zen­trale Anliegen der Schwei­zer Un­ternehmen in Indi­en behandelt. Im Vor­dergrund stan­den der Schutz von Patent- und Marken­rech­ten, die Ver­bes­serung des Marktzugangs für Ma­schi­nen und Uh­ren sowie Fi­nanzdienst­leis­ter. An gemisch­ten Wirt­schafts­kommissionen wer­den Pro­bleme der Un­ternehmen auf­ge­bracht und Massnah­men zur Ver­bes­serung der jeweiligen bilate­ra­len Wirt­schaftsbeziehun­gen auf­ge­gleist. Sie sind daher für die Exportun­ternehmen ein wichtiges In­strument der schwei­zeri­schen Aus­sen­wirt­schafts­politik.

Indi­en verzeichne­te in den vergan­genen Jah­ren ei­ne ho­he Dynamik von Schwei­zer Expor­ten. Rund 180 Schwei­zer Un­ternehmen ha­ben sich in Indi­en niedergelas­sen. Seit ein paar Quar­ta­len sind jedoch Handel und Inves­titionen rück­läufig, was ei­ne Folge des abge­schwäch­ten Wachstums in Indi­en ist: Für dieses Jahr be­trägt das pro­gnostizier­te Wachs­tum der indi­schen Wirt­schaft fünf bis sechs Pro­zent und spiegelt die schleppen­de Ent­wicklung der Welt­wirt­schaft. Dies stellt ei­ne markante Verlangsamung des indi­schen Wachstums dar, das noch vor kurzer Zeit zehn Pro­zent erreich­te.

Die Schwei­zer Un­ternehmen ha­ben in Indi­en ei­ne sehr gu­te Reputati­on
für Innovati­on und Qualität

Die Schweiz und Indi­en ha­ben in den letz­ten Jah­ren ihre Wirt­schaftsbeziehun­gen in­ten­siviert. Dennoch be­stehen Hindernis­se zur Erschliessung der Poten­ziale. So wird der Patentschutz häufig nicht gewährleistet. Zwar hat Indi­en ein Pat­entgesetz, das in­ternatio­na­len Stan­dards grundsätzlich ent­spricht, aber de­s­sen Um- und Durch­setzung ist un­genügend. An der Sitzung der gemisch­ten Wirt­schafts­kommissi­on und auch an ei­nem gemeinsamen Anlass mit dem indi­schen Spitzenver­band FICCI hat die Schwei­zer Seite diesen Punkt mehrfach betont, ebenso de­s­sen negative Rückwirkun­gen auf die aus­ländi­schen Direkt­inves­titionen. Nur bei aus­rei­chendem Pat­ent­schutz wer­den Direkt­inves­titionen in For­schung, Ent­wicklung und Pro­dukti­on in High­tech-Be­rei­chen erfolgen. Die­se sind wieder­um Vor­aus­setzung für ein ra­sche­res Wachs­tum der indi­schen Indus­trie in High­tech-Be­rei­chen.

Die Schwei­zer Uh­renexpor­te nach Indi­en wer­den durch exorbi­tante Luxus­steuern stark begrenzt. Daher kau­fen indi­sche Kon­sumen­ten ihre Schwei­zer Uh­ren häufig im Aus­land ein. Dem indi­schen Staat ent­gehen dadurch Steu­er­einnah­men und dem Detailhandel vor Ort wertvolle Arbeits­plät­ze. Auch die Ma­schinen­indus­trie ist mit ei­nem erschwer­ten Marktzugang konfrontiert. So wer­den Ma­schi­nen und Er­satz­teile mit ho­hen Zöl­len belegt. Bei gros­sen in­ternatio­na­len Mes­sen müs­sen aus­ländi­sche Aus­stel­ler zudem deutlich höhe­re Gebüh­ren ent­rich­ten. Auch die zuge­teil­ten Aus­stellungs­fläc­hen sind häufig zu klein. Bei der Er­teilung von Visa an Ge­schäfts­leu­te sind bei­de Sei­ten an Ver­bes­serun­gen in­ter­es­siert. Ebenso be­steht ein Bedarf an ei­nem Aus­bau der Flugver­bindun­gen, was ei­ne Anpassung des be­stehen­den Luftfahrtabkommens vor­aus­setzt.

Insge­s­amt hat in Indi­en der Re­formelan in den letz­ten Jah­ren jegli­chen Schwung ein­gebüsst. Umso er­freu­li­cher ist die Tatsa­che, dass die indi­sche Regierung am 3. Oktober 2012 Er­leich­terun­gen für aus­ländi­sche Be­teiligun­gen im Versi­cherungs­sek­tor an­kündigte und nächs­tens dem Parla­ment un­ter­brei­ten wird. Die Verhandlun­gen über ein Freihandelsabkommen zwi­schen der EFTA und Indi­en sind momen­tan schwierig, kommen aber vorwärts. Bei vie­len Kapitalgütern weist Indi­en tech­no­logi­sche Lü­cken auf, dar­un­ter auch im Umwelt­schutz. Ein Freihandelsabkommen würde hier bes­se­re Rah­menbedingun­gen schaffen. Bei­de Sei­ten zeig­ten sich überzeugt, dass ein Ab­schluss des Freihandelsabkommens beid­seitige Vor­teile brin­gen würde.

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Dr. Jan Atteslander
Mitglied der Geschäftsleitung
jan.atteslander@economiesuisse.ch
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