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25.05.2012
Personenfreizügigkeit: Die Schweiz profitiert
Der aktuel­le Bericht des Bun­des zu den Aus­wirkun­gen der Personenfreizügigkeit seit 2002 zeigt, dass sich die Zuwande­rung in die Schweiz stark verändert hat. Im Ge­gen­satz zu frühe­ren Jah­ren wandern heu­te hauptsächl­ich gut bis sehr gut qualifizier­te Personen ein. Der befürch­te­te Druck auf die Löhne ist weitgehend aus­ge­blie­ben und die Sozi­alversi­cherun­gen wer­den fi­nanzi­ell ent­las­tet.

Der heu­te in Bern präsentier­te «8. Bericht des Ob­servatoriums zum Freizügigkeitsabkommen Schweiz–EU» zeigt in al­len Details auf, wie sich die Zuwande­rung in die Schweiz seit 2002 verändert hat. Fazit: Wäh­rend die Mi­grati­on aus Dritt­staa­ten stabil ge­blie­ben ist, hat die Zuwande­rung aus den EU/EFTA-Ländern deutlich zugenommen. Sie erfolgte jedoch nicht aus Selbstzweck, sondern weil die wach­sen­de Schwei­zer Wirt­schaft die­se Arbeits­kräfte drin­gend benötigte.

Die oft gehör­te Behaup­tung, dass die Zuwande­rer Einheimi­sche aus dem Arbeits­markt ver­drän­gen, lässt sich gemäss Staats­sekre­tari­at für Wirt­schaft (Seco) nicht belegen. Die Arbeits­losenquote ist in bei­den Bevölkerungs­gruppen tief und ten­den­zi­ell sogar sinkend. Aus­ge­blie­ben ist, mit we­nigen Aus­nah­men, auch der Druck auf die Sal­äre: Seit 2002 sind die Re­allöhne in der Schweiz um durch­schnittlich 0,6 Pro­zent pro Jahr gewach­sen – in den zehn Jah­ren davor wa­ren es lediglich 0,2 Pro­zent ge­wesen.

AHV und IV pro­fitie­ren
83 Pro­zent der heutigen Einwande­rer verfügen min­des­tens über ei­nen Schul­abschluss auf Sekundar­stufe II, 51 Pro­zent sogar über ei­nen tertiären Ab­schluss. Die Ein­kommen die­ser Personen sind ent­spre­chend hoch und sie leis­ten damit auch ei­nen wichtigen Bei­trag an die Fi­nanzierung der Schwei­zer Sozi­alversi­cherun­gen, insbesonde­re der AHV und der IV. Der Bericht des Bun­des hält unmissverständlich fest: «Arbeitnehmen­de aus EU/EFTA-Staa­ten leis­ten heu­te deutlich mehr Bei­träge an die­se Sozi­alversi­cherun­gen, als sie dar­aus bezie­hen.»

Insge­s­amt belegt der Seco-Bericht ein­drück­lich, dass die Schweiz vom Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU auf vielfältige Weise pro­fitiert. economie­suisse ist sich bewusst, dass ei­ne höhe­re Zuwande­rung auch negative Begleit­er­scheinun­gen hat, für die nun konkre­te Lösun­gen er­arbeitet wer­den müs­sen. Die diver­sen Volks­in­itiativen, die ei­ne Kündigung der Personenfreizügigkeit verlan­gen, wären jedoch schädlich für den Wohl­stand in der Schweiz. Der Wirt­schaftsdachver­band wird sie de­shalb ent­schieden bekämpfen.
Rückfragen zum Artikel
Dr. Jan Atteslander
Mitglied der Geschäftsleitung
jan.atteslander@economiesuisse.ch
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