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30.10.2012
Käsefreihandel: Eine Erfolgsgeschichte mit Vorbildcharakter für den Agrarbereich
Die Export- und Importmen­gen von Käse ha­ben mit dem seit 2007 gel­ten­den Freihandel im Käse­markt zwi­schen der Schweiz und der EU zugenommen. Wäh­rend sich Schwei­zer Betriebe im Qualitätswettbewerb erfolg­reich positionie­ren, pro­fitie­ren die Kon­sumentinnen und Kon­sumen­ten von ei­nem grösse­ren Angebot zu tiefe­ren Preisen. Die Wettbewerbsfähigkeit der ge­sam­ten Bran­che ist ge­stärkt wor­den. Es wäre an der Zeit, die Vor­teile des Freihandels auch in an­de­ren Bran­chen zu nut­zen.

Ei­ne heu­te veröff­entlich­te Studie der BAK Ba­sel im Auf­trag des Bundes­amts für Land­wirt­schaft zeigt auf, dass der Freihandel der Schweiz mit der EU im Käse­markt ei­ne Erfolgsge­schich­te ist. Schwei­zer Betriebe pro­duzier­ten im vergan­genen Jahr rund 182'000 Tonnen Käse, was ei­nem An­stieg um 13 Pro­zent seit 2003 ent­spricht. Der Ab­bau von Zöl­len und Zollkontin­gen­ten führ­te zu höhe­ren Markt­an­teilen der Schwei­zer Un­ternehmen in der EU und die Käs­ehandelsbilanz der Schweiz mit al­len EU-Ländern blieb positiv – die Expor­te überwiegen die Impor­te. Die Studie hält fest, dass die in­ländi­sche Käs­e­produkti­on trotz deutlich stei­gen­der Impor­te wei­ter erhöht wer­den konnte. Es resultier­te in den letz­ten Jah­ren ein steti­ger An­stieg der exportier­ten Käs­emenge. Vor al­lem Frisch- und Halbhartkäse ha­ben an Bedeu­tung gewonnen. Seit der Einführung des Käs­efreihandels mit der EU exportiert die Schweiz ten­den­zi­ell teu­re­ren Käse in die EU und importiert eher günstige­re Pro­dukte. Schwei­zer Betriebe positionie­ren sich offensichtlich erfolg­reich im Qualitätswettbewerb.

Freihandel fördert Vielfalt, Qualität und Innovati­on
Die Wettbewerbsfähigkeit der Schwei­zer Milch- und Käs­e­wirt­schaft hat sich durch den Freihandel ver­bes­sert. Doch auch die Konsumentinnen und Kon­sumen­ten pro­fitie­ren – nicht nur von ei­ner grösse­ren Aus­wahl, sondern auch von ten­den­zi­ell sinken­den Preisen. Mit dem breite­ren Angebot an ver­schiede­nen Sor­ten stieg auch der Käs­ekon­sum deutlich stärker als in den umliegen­den Ländern. Aktuell kon­sumie­ren Schwei­ze­rinnen und Schwei­zer über 21 Ki­logramm pro Kopf und Jahr. Bei Schwei­zer Käs­e­produzen­ten stiegen Vielfalt, Qualität und Innovati­ons­be­reitschaft in den letz­ten Jah­ren eben­falls spürbar. Grün­de dafür sind un­ter an­de­rem die höhe­re Wettbewerbs­in­ten­sität sowie die vorliegen­den Exportmöglichkei­ten.

Die Studie belegt, was economie­suisse schon lange postuliert: Der Agrar­freihandel lässt die Schwei­zer Wirt­schaft auf­blühen. Die Schweiz muss im In­ter­esse der Pro­duzen­ten und Kon­sumen­ten ih­ren Pro­tektionismus im Agrarbe­reich überwin­den, damit verkruste­te Struktu­ren auf­gebro­chen und die Wettbewerbsfähigkeit der Bran­chen ge­stärkt wer­den. Es ist an der Zeit, diesen Weg kon­sequent zu verfolgen.

Weite­re In­formationen: Studie BAK Ba­sel
Rückfragen zum Artikel
Dr. Stefan Vannoni
Stv. Leiter allgemeine Wirtschaftspolitik & Bildung
stefan.vannoni@economiesuisse.ch
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